Whisky-Vorstellung: Glenburgie 2008, Duncan Taylor (The Octave), 55,7%vol.

Glenburgie 2008 (Duncan Taylor)
Glenburgie 2008 (Duncan Taylor – The Octave)

Der Glenburgie 2008 wurde vom unabhängigen Abfüller Duncan Taylor ausschließlich für den deutschen Markt abgefüllt und erschien Ende August im Fachhandel. Nach sechs Jahren in Eichenfässern wurde der Single Malt für drei Monate in einem Sherry-Octavefass ausgebaut. In dieser Zeit hat er eine fantastisch dunkle Farbe angenommen, mit einem seidigen Mahagoniton, der selbstverständlich nicht durch Zuckerkulör verstärkt wurde. Denn der Glenburgie kommt direkt aus dem Fass: Ungefärbt und unfiltriert in Fassstärke mit 55,7%vol. Da es sich um die Einzelfassabfüllung eines Octavefasses handelt, ist der Glenburgie 2008 auf 102 limitiert. Ich konnte eine Flasche bei Andreas Hertl (Scotch Broth Fürth) für 69 Euro kaufen.

Der erste Eindruck in der Nase ist betörend süß und fruchtig. Im Hintergrund setzt sich eine Spur Rauch durch, unaufdringlich und angenehm. Klar, die 55,7%vol. sind zu Beginn zu spüren und kühlen die Nase. Trotzdem wirkt dieser Whisky zu keiner Zeit alkoholisch. Die Röstaromen und Anklänge von kandierten Früchten sind einfach toll.

Auch beim ersten Schluck tritt diese fruchtige Süße in den Vordergrund: Kandierter Ingwer mit Röstaromen wie von frischem Kaffee. Mit der Zeit setzen sich in der Nase und am Gaumen süßlich herbe Noten durch: Wie Kräuter- und Malzbonbons auf dem Christkindlesmarkt.

Dass es sich bei dem Glenburgie um einen relativ jungen Single Malt handelt, lässt sich nicht verbergen: Stürmisch kommt er daher, mit Power. Aber nicht aufdringlich und schon gar nicht eindimensional, sondern angenehm, jugendlich-temperamentvoll.

Der Abgang ist mittellang, angenehm wärmend und die herb-süßen Kräuternoten bleiben noch eine Weile am Gaumen.

Patrick

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