Whisky-Vorstellung: Mortlach 1995, Whisky Warehouse No. 8, 46%vol.

Mortlach 1995 (Whisky Warehouse No.8 - The Warehouse Collection)
Mortlach 1995 (Whisky Warehouse No. 8 – The Warehouse Collection)

Mortlach ist die älteste legale Whiskybrennerei von Dufftown, einer Stadt im Nordosten der schottischen Highlands, die mit ihren berühmten Destillerien als Whisky-Hauptstadt gelten kann. Von dort stammt also der Mortlach 1995 des unabhängigen Abfüllers Whisky Warehouse No. 8, der seinen Sitz in der Nähe von Hamburg hat und hinter dem das Ehepaar Susanne und Thomas Klink stehen. Einen ersten Eindruck dieses Single Malts bekam ich auf der Whisk(e)y-Messe Nürnberg im Frühjahr 2015, als ich am Stand von Thomas Klink einen Dram probieren und anschließend eine Flasche des Mortlach 1995 für knapp 90 Euro erstehen konnte. Wie für die Abfüllungen der “Warehouse Collection” von Whisky Warehouse No. 8 üblich, kommt der Mortlach 1995 in einer Holzkiste und mit einem ausführlichen Informationsbogen.

Ausgebaut wurde der Mortlach 1995 aus der Warehouse Collection zunächst in einem ex-Bourbonfass. Anschließend durfte er noch für fünf Monate in einem ex-Bourbonoctave der texanischen Brennerei Garrison Brothers reifen. Daher ist dieser 19-jährige Single Malt, der im November 2014 abgefüllt wurde, auch auf 72 Flaschen limitiert.

Der Mortlach 1995 schimmert intensiv, wie dunkler Bernstein und rinnt in zähflüssigen Legs an der Innenseite des Glases hinunter. Reife Fruchtaromen drängen in die Nase, die sich nach mit einer angenehmen Honigsüße und Getreidenoten wie von Frühstückscerealien vermischen. Dahinter finden sich zarte Anklänge von Torfrauch und würziger Eiche. Weder aufdringlich oder penetrant, sondern schön in die übrigen Aromen eingebunden. Mit der Zeit wird der Charakter des Whiskies eher süßlich herb, mit Spuren von getrocknetem Lavendel und Thymian, Malzbonbons und ganz im Hintergrund auch noch mit einer Prise Zimt.

Wie ein Sahnekaramellbonbon, das langsam auf der Zunge zergeht, so dick, ölig und süß legt sich der Single Malt auf Wangen und Gaumen. Mit einem kräftigen Antritt kommt der Whisky an, und lässt wieder Anklänge von Honig und Früchten aufkommen, vielleicht von überreifen Äpfeln. Wieder in Kombination mit herben und würzigen Eichennoten und einer Spur Rauch.

Angenehm würzig und trocken belegt der Mortlach 1995 die Wangen und lässt in seinem mittellangen Abgang dezente Röstaromen aufkommen, die mich wieder an Frühstückscerealien denken lassen.

Dieser Single Malt braucht Zeit im Glas. Und wenn man möglichst viele seiner Facetten entdecken will, genügt auch ein Glas allein nicht aus. Besser ist es da, sich für den Mortlach 1995 immer wieder Zeit zu nehmen.

Patrick

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