Whisky-Vorstellung: The Balvenie 12 Single Barrel, Originalabfüllung (Cask Number 3233), 47,8%vol.

Balvenie 12 Single Barrel (Originalabfüllung, Cask Number 3233)
Balvenie 12 Single Barrel (Originalabfüllung, Cask Number 3233)

Halb verfallene, steinerne Mauern recken sich am Ortsrand von Dufftown in den Himmel. Es sind die Überreste des einstigen Balvenie Castle, dessen Geschichte sich bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Die Jahrhunderte haben sichtlich Spuren an dem einst herrschaftlich anmutenden Bauwerk hinterlassen. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Whiskybrennerei Balvenie, die bis heute den Namen der Burg trägt – obwohl die Destillerie erst 1892 gegründet wurde, viele Jahrhunderte nach den Blütezeiten von Balvenie Castle. Übrigens vom selben Mann, der auch den heutigen Weltkonsern Glenfiddich aus der Taufe hob: William J. Grant. Und noch heute liegen beide Destillerien auf einem Gelände, auf dem sich inzwischen auch die Brennerei Kininvie. Balvenie produzierte lange Zeit ausschließlich für Blended Whiskys und bringt erst seit den 1970er Jahren Single Malts unter eigenem Label auf den Markt.

Der 12-jährige Balvenie Single Barrel kommt in einer sehr schönen Tube, die mit strukturiertem Papier beklebt ist, das nicht nur einen tollen haptischen Eindruck hinterlässt, sondern noch allerlei Informationen zum Aufbau eines Whiskyfasses und zum Reifeprozess zu bieten hat. In der typischen Balvenie-Flasche schimmert ein kräfig bernsteinfarbener Single Malt, die Einzelfassabfüllung eines First Fill Bourbonbarrels (Cask Number 3233). Meine Flasche, die ich im Sommer 2015 im Laden von Otto Steudel (Celtic Whisk(e)y Nürnberg) gekauft habe, trägt die Nummer 17 von maximal 300 Flaschen und kostete knapp 55 Euro.

Auch im Glas schillert der kräftige Bernsteinton. Eine angenehme Eichennote steigt auf und für einen Augenblick machen sich auch die 47,8%vol.-Alkohol kühlend in der Nase bemerkbar. Allmählich wird das Aroma süßlicher. Kräftige Vanille drängt sich gemeinsam mit den Eichentönen in den Vordergrund, gefolgt von malzigen Aromen und fruchtigen Anklängen von Birnen, Orangen und Ananas.

Die Süße bleibt auch am Gaumen im Vordergrund. Geschmeidig verteilt sich der Balvenie 12 Single Barrel im Mundraum, beinhahe wie ungeschlagene Sahne. Wieder ist die Vanille deutlich zu spüren, diesmal in Verbindung mit Honigsüße, heller Milchschokolade und dem leicht holzigen Geschmack des amerikanischen Weißeichenfasses.

Im Abgang bleibt vor allem die Eichenwürze am Gaumen, allerdings nicht extrem lang. Der Balvenie 12 Single Barrel ist ein gelungener Single Malt, der zwar nicht allzu komplex ist, aber trotzdem einen positiven Eindruck hinterlassen kann.

Patrick

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