Whisky-Vorstellung: Haas Fränkischer Whisky 15 – 10 Jahre, Originalabfüllung, 43%vol.

Haas Fränkischer Whisky 2015 (Originalabfüllung)
Haas Fränkischer Whisky 2015 (Originalabfüllung)

Schroffe Felsen, nebelverhangene Kirschgärten und verwitterte, efeuberankte Burgruinen. Gerade die Herbsttage in der Fränkischen Schweiz machen deutlich, warum Whisky auch hierhin sehr gut passt. Und so gibt es mit dem Haas Whisky 2015 bereits den sechsten Jahrgangswhisky der fränkischen Destillerie Haas aus Pretzfeld. Der Single Malt, den Johannes Haas 2005 aus fränkischem Rauchmalz gebrannt hat, durfte in einem ex-Bourbonfass reifen und wurde im Herbst 2015 ungefärbt und in Trinkstärke mit 43%vol. abgefüllt. Mitte Oktober zählte der Whisky beim Tag der offenen Brennereien zu den Neuvorstellungen der fränkischen Brennerei. Da es sich um eine Einzelfassabfüllung handelt, sind die Flaschen limitiert. Der Single Malt ist im stilvollen Ladengeschäft der Brennerei in Pretzfeld erhältlich. Die 0,5l-Flasche kostet 49 Euro, außerdem gibt es auch kleinere Flaschen mit 0,2l für 27 Euro.

Wie heller Bernstein funkelt dieser fränkische Single Malt im Glas. Die Farbe ist hell und klar. In der Nase zeigt sich zuerst eine zarte Rauchnote, aber sehr dezent, unaufdringlich und weder medizinisch noch stinkend. Eher erinnert dieses Aroma an den Rauch eines Buchenholzgrills, auf dem gerade frische Kastanien geröstet werden oder an Röstgetreide. Ansonsten ist das Aroma noch ein wenig zurückhaltend und macht deutlich, dass hier kein Whisky für zwischendurch im Glas ist. Der Haas 2015 braucht seine Zeit. Mit ihr tritt die Vanille in den Vordergrund, verbindet sich mit den holzigen Aromen des Weißeichenfasses und erinnert dabei an frisches Gebäck. Mir kommen sofort Vanillekipferl in den Sinn. Die Gebäcknote verstärkt sich, bis sich der Geruch nach frischem Hefeteig in der Nase festsetzt.

Geschmeidig fließt der Single Malt auf die Zunge und bringt zuerst eine Schärfe wie von frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und leicht würzige Holzaromen mit sich, die sich auf Wangen und Gaumen legen. Gleich gefolgt von den Geschmacksnoten, die man sich von einem bourbonfassgereiften Whisky erwarten darf: süße Vanille, Honig und zartbittere Schokolade, die an dunkles Kakaopulver erinnert. Ganz dezent ist auch wieder das Röst- oder Raucharoma spürbar.

Der Abgang ist nicht besonders lange, wobei die zartbitteren Noten der Eiche, die wie herber Kakao am Gaumen bleiben, vorherrschend sind. Für meinen Geschmack ein wirklich gelungener regionaler Whisky, der diese Bezeichnung auch absolut verdient hat und schon die Neugierde auf das kommende Jahr weckt.

Patrick

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