Whisky-Vorstellung: 1836 / In Speyside Region, Bottled for Whisky Akademie Fürth, 62,3%vol.

1836 / In Speyside Region (Bottled for Whisky Akademie Fürth)
1836 / In Speyside Region (Bottled for Whisky Akademie Fürth)

Bereits seit 15 Jahren gibt es die Whisky Akademie Fürth, in der Whiskyliebhaber zu echten Experten rund um das “Wasser des Lebens” werden können. Für seine Whiskyakademie lässt Andreas Hertl, Gründer und Leiter der Akademie, immer wieder interessante Whiskies abfüllen. Im Herbst 2015 war das ein Single Malt mit dem Namen “1836 / In Speyside Region”, der für etwa 70 Euro bei Scotch Broth Fürth erhältlich war. Obwohl auf dem Etikett der Name der Destillerie nicht genannt wird, legt sich die Vermutung sehr nahe, dass der Whisky bei Glenfarclas gebrannt und abgefüllt wurde. Schließlich findet sich auf der Flasche die für Glenfarclas typische Einprägung des Gründungsjahres 1836 und auf dem Korken das Glenfarclas-Logo.

Der “1836 / In Speyside Region” wurde 2004 destilliert und in einem Sherryfass ausgebaut, bis er im Herbst 2015 abgefüllt wurde. Der 11-jährige Single Malt kam ungefärbt, nicht kühlfiltriert und in Fassstärke mit 62,3%vol. in die Flasche. Schon die dunkle Farbe, die je nach Lichteinfall kupfern und mahagonifarben schimmert, verrät, dass der Single Malt in einem recht aktiven Sherryfass reifen durfte. Entsprechend ist auch der erste Geruch vom kräftigen Sherry geprägt. Der Alkohol ist dabei deutlich spürbar und steigt kühlend in die Nase. Es dauert eine Weile, bis sich dahinter andere Geruchsassoziationen durchsetzen. Neben saftig-süßen Noten von überreifen Pfirsichen, in Rum eingelegten Pflaumen und Kirschen ist auch eine ordentliche Portion Vanille und Karamell spürbar. Mit der Zeit ist auch süßes Malz und eine deutliche Getreidenote zu riechen, als ob man an frisch geschrotetem Getreide riecht. Wenn man das ausgetrunkene Glas eine Weile stehen lässt, erinnert dieses Aroma sogar an frischen Plätzchenteig.

Unverdünnt hat der Single Malt einen sehr kräftigen Antritt, wie es bei diesem hohen Alkoholgehalt kaum anders zu erwarten ist. Trotzdem ist der Whisky auch gut ohne Wasser trinkbar, wird mit ein paar Tropfen davon aber natürlich weicher und milder. Der Sherry ist auch beim ersten Geschmackseindruck prägend. Fruchtig und trocken, mit süßen Rosinen, Pflaumen und (zumindest unverdünnt) mit einer ordentlichen Portion schwarzem Pfeffer, der auf der Zungenspize prickelt. Dahinter zeigen sich zartbittere Noten wie von dunkler Schokolade, Kaffee und gerösteten Haselnüssen.

Der Abgang ist sehr lang und angenehm wärmend. Das Sherryfass hinterlässt dabei ein trocken-pelziges Gefühl mit angenehm nussig-holzigen Anklängen auf den Wangen. Der “1836 / In Speyside Region” ist ein kräftiger Whisky mit intensivem Sherryeinfluss und von toller Qualität. Bleibt zu hoffen, dass es auch in Zukunft immer wieder ähnlich leckere Abfüllungen der Whisky Akademie Fürth gibt.

Patrick

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