Besichtigung der Blair Athol Distillery

Die Blair Athol Distillery in Pitlochry wurde 1798 gegründet.
Die Blair Athol Distillery in Pitlochry wurde 1798 gegründet.

Nur knapp zwei Autostunden von Edinburgh und Glasgow entfernt liegt das kleine Örtchen Pitlochry. Man könnte es als Tor zu den Highlands bezeichnen. Denn, fährt man einmal Richtung Norden daran vorbei, zeigt sich die Landschaft noch deutlich offener und karger, als es vorher der Fall ist. Aber auch Pitlochry bietet seinen Besuchern einiges und so wundert es nicht, dass die am Fluss Tummel gelegene Stadt gerne von Touristen für einen Zwischenstopp genutzt wird. Neben den Besucherattraktionen Blair Castle und der Lachsleiter sind in Pitlochry mit Edradour und Blair Athol auch zwei Brennereien ansässig.

Bei meinem Kurzurlaub in Schottland hatte ich dieses Jahr die Gelegenheit, an einer Führung in der altehrwürdigen Blair Athol Distillery teilzunehmen. Die graue Steinfassade deutet schon das Alter des am Stadtrand gelegenen Gebäudes an. Seit 1798 wird hier offiziell Whisky hergestellt und die Blair Athol Distillery ist damit eine der ältesten Destillen Schottlands.

Der 12-jährige Blair Athol aus der Flora und Fauna-Serie gilt als Originalabfüllung der Brennerei. Foto: (c) Blair Athol Distillery/Diageo
Der 12-jährige Blair Athol aus der Flora und Fauna-Serie gilt als Originalabfüllung der Brennerei.
Foto: (c) Blair Athol Distillery/Diageo

Obwohl die Blair Athol Distillery eine der zwölf Brennereien ist, die man als Friend of Classic Malts of Scotland kostenlos besuchen kann, gehört Blair Athol eher zu den unbekannteren Single Malts. Das mag zum einen daran liegen, dass 99,9% der Produktion in den blended Whisky Bell‘s gehen und zum anderen, dass der aus den übrigen 0,1% hergestellte Single Malt angeblich neben Schottland nur noch in Norwegen, Schweden und der Schweiz vertrieben wird. Die durchaus lohnenswerte Anschaffung des zur Flora und Fauna Serie gehörenden Malts kann aber auch hierzulande über den regionalen Fachhandel und die wohlbekannten Internetseiten getätigt werden.

Die Pot Stills sind das Herzstück der Single Malt-Produktion. Foto: (c) Blair Athol Distillery/Diageo
Die Pot Stills sind das Herzstück der Single Malt-Produktion.
Foto: (c) Blair Athol Distillery/Diageo

Nach Betreten der karg eingerichteten und dunklen Eingangshalle begrüßte uns unser Tour Guide Frank in gut verständlichem Englisch. Frank stammt ursprünglich aus Nordengland, was den leicht zu verstehenden Dialekt erklärte. Dass ein Engländer eine Führung in einer schottischen Brennerei leitete, überraschte mich zunächst, aber Frank führte uns mit Begeisterung für Single Malts und großem Fachwissen durch die Anlage. Leider stand die Produktion wegen Wartungsarbeiten zum Zeitpunkt der Führung still, sodass wir auf die aufgeheizten Räume und intensiven Gerüche der Herstellung verzichten mussten. Die stillstehende Anlage gab uns dafür die Gelegenheit, sämtliche Gerätschaften in ihrer Ganzheit zu sehen. So konnte man beispielsweise auf den Boden der Malzmühle schauen und auch einen Blick in den offenen Spirit Safe werfen.

Handarbeit und moderne Technik greifen bei Blair Athol ineinander. Foto: (c) Blair Athol Distillery/Diageo
Handarbeit und moderne Technik greifen bei Blair Athol ineinander.
Foto: (c) Blair Athol Distillery/Diageo

Die Führung erfolgte in Etappen und nach einer kurzen Einweisung in die Geschichte der Brennerei machten wir jeweils Halt bei der Malzmühle, dem Gärbottich und zuletzt dem Herzen der Anlage, den vier Brennblasen. Anschließend ging es über den direkt an der Anlage gelegenen Fluss Kinnaird Burn zum Fasslager. Eine eigene Abfüllanlage besitzt Blair Athol nicht mehr, aus Kostengründen hat der Mutterkonzern Diageo im Central Belt eine große Anlage gebaut, welche neben Blair Athol auch weitere bekanntere Whiskys aus dem eigenen Hause abfüllt.

Insgesamt war es etwas irritierend, dass wir auf dem gesamten Weg unserer Führung von der Werbung für Bell‘s Whisky begleitet wurden. Nahezu die komplette Anlage war mit Postern und Werbetafeln ausgestattet. Unser Guide wurde aber nicht müde zu erwähnen, dass er lieber über Single Malt spricht und diesen auch immer der billigeren Blended-Variante vorziehen würde. Zum krönenden Abschluss gab es dementsprechend am Ende für alle Teilnehmer auch ein Schlückchen des Blair Athol Single Malt zu probieren. Die Führung war ein echtes Erlebnis: sehr informativ und kurzweilig und ich träume davon, sie mit meinen Freunden aus dem Whisky-Club zu wiederholen.

Markus

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