Whisky-Vorstellung: Buair an Diabhail – Tempt the Devil Vol. X, The Whisky Chamber, 57%vol.

Buair an Diabhail - Tempt the Devil Vol. X (The Whisky Chamber)
Buair an Diabhail – Tempt the Devil Vol. X (The Whisky Chamber)

Manche Whiskys führen einen Genießer mit ihren Raucharomen, schwefeligen und feurigen Anklängen regelrecht in Teufels Küche. Und die liegt – wie sollte es anders sein – auf der schottischen Insel Islay. Das suggeriert zumindest Thomas Ide, der mit seinem Label The Whisky Chamber in diesem Jahr zehnjähriges Jubiläum. Seit 2006 ist der Whiskyliebhaber aus Rheinfelden als unabhängiger Abfüller tätig und seit einigen Jahren geht es dabei regelrecht teuflisch zu. Denn unter dem Markennamen “Buair an Diabhail – Tempt the Devil” erscheinen regelmäßig Islay Single Malts, die es in sich haben. Passend zum Jubiläum 2016 erschien nun Vol. X der Islay Malt-Reihe von The Whisky Chamber.

Das Erscheinungsbild des Whiskys ist zweigeteilt: Während etwa zwei Drittel der Abfüllungen in den für TWC-Whiskys typisch bauchigen 0,5l-Flaschen zu bekommen sind, wurde das andere Drittel in besondere Jubiläumsflaschen gefüllt, in denen sich der Name des Single Malts widerspiegelt: Diese Flaschen sind in einem matten schwarz gehalten und mit einem roten Etikett versehen. Eine Jubiläumsabfüllung verlangt eben auch ein besonderes Design.

Wie lange der Single Malt in seinem First Fill Bourbon Barrel reifen durfte bleibt allerdings genauso im Dunkel wie die Destillerie, in der dieser Whisky gebrannt wurde. Dafür bietet der Single Malt sonst alles, was man sich als Whiskygenießer wünscht: Natürliche Färbung, keine Kühlfiltrierung und eine Abfüllung in Fassstärke mit 57%vol.

Im Glas leuchtet der Buair an Diabhail wie helles Stroh und zieht kräftige Schlieren an der Glaswand. Die Farbe lässt bereits erahnen, dass es sich um einen relativ jungen Whisky handeln dürfte.

Aus seiner Herkunft macht der Single Malt kein Geheimnis. Bereits im ersten Aroma wird deutlich, dass es sich um einen Islay-Malt handelt. Aromatische Torfrauchnoten steigen in die Nase und begleiten dezente Anklänge von Seetang und Meeresluft. Bilder von einem glimmenden Lagerfeuer in einer einsamen, nebelverhangenen Bucht kommen auf. Begleitet wird dieser Eindruck von einer würzig, pfeffrigen Note, die erst nach einer Weile anderen Aromen Platz macht. Dann wird der Whisky fruchtig und süß, lässt die Vanille aus dem Bourbonfass deutlich erkennen. Dazu mischen sich Anklänge von Sahnekaramellbonbons, Malz und braunem Zucker. Auch helle Fruchtnoten (vielleicht Pfirsich) und Limettensaft kommen auf und schließlich zeigt der Single Malt sogar eine florale Note wie von blühendem Heidekraut. In dem Zusammenspiel aus Torfrauch, Meeresbrise und fruchtig-malziger Süße macht der Buair an Diabhail – Tempt the Devil seinem Namen wirklich alle Ehre – er ist eben nicht nur ein brachiales Rauchmonster, sondern hat mehr zu bieten.

Im Mund zeigt sich der Buair an Diabhail außerordentlich ölig und kündigt sich mit einer pfeffrig rauchigen Note an. Der kräftige Antritt zeigt wieder deutlich den Islay-Charakter des Whiskys: Aromatischer Rauch, Asche und Kaminholz belegen die Zunge. Wieder zeigen sich dahinter fruchtige Anklänge wie von Grapefruit und grünen Äpfeln, bevor sich dunkle Schokolade, frisch aufgebrühter schwarzer Kaffee und geröstete Haselnüsse durchsetzen.

Der Abgang des gezähmten Teufels hat einiges zu bieten. Für meinen Geschmack ist er durchaus lang und abwechslungsreich: Zuerst würzig und trocken, dann bleibt ein Geschmack wie von verkohltem Eichenholz, dunkler Schokolade und Kaffeepulver zurück, der schließlich einem nussigen Nachgeschmack Platz machen.

Der Buair an Diabhail – Tempt the Devil Vol. X macht seinem Namen alle Ehre. Im ersten Eindruck ist er kräftig und rauchig, bevor er mit süßer Vanille und fruchtigen Noten sein zweites Gesicht zeigt. Alles in allem ein gelungener, junger und abwechslungsreicher Islay-Malt. Die Jubiläumsabfüllung ist auf 286 0,5l-Flaschen limitiert und im Fachhandel für etwa 69  Euro pro Flasche zu bekommen. Für meine Vorstellung erhielt ich von Thomas Ide ein Sample des Single Malts.

Patrick

 

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