Whisky-Vorstellung: Tobermory 1996/2016, Alambic Classique, 55,5%Vol.

Tobermory 1996/2016 (Alambic Classique)
Tobermory 1996/2016 (Alambic Classique)

Vor fünfunddreißig Jahren gründete Hermann Suppanz im Allgäu sein Unternehmen Alambic Classique. Seitdem importiert und vertreibt die Firma Spirituosen feinster Qualität. Neben dem Importgeschäft prägen exklusive und sehr hochwertige Eigenabfüllungen das Portfolio des Unternehmens aus Bad Wörrishofen. Schottischer Single Malt wird gleich in drei Produktlinien vertrieben: “Rare & Old Selection”, “Special Vintage Selection” und “Double Matured Selection”. Als unabhängiger Abfüller legt man dabei Wert auf unverfälschte und einzigartige Produkte. Entsprechend kommen alle Whiskies ungefärbt, nicht kühlfiltriert und in Fassstärke in die Flasche. So auch der 20-jährige Tobermory aus der Special Vintage Selection, der im Jahr 1996 destilliert und Anfang 2016 abgefüllt wurde.

Ausgebaut wurde der Whisky von der schottischen Isle of Mull in einem ehemaligen Sherryfass, das ihm auch seine kräftig goldene Farbe mit einer leichten Naturtrübe verliehen hat. Die Legs des Single Malts, der mit 55,5%Vol. abgefüllt wurde, perlen nur langsam nach unten.

Im Aroma macht sich sofort eine feine, fruchtig süße Sherrynote bemerkbar, die von einer leicht prickelnden Schärfe begleitet wird. Alkohol und Eichenholzwürze verbinden sich zu einem Aroma, das an frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer oder Chili erinnert. Dahinter zeigen sich Trockenfrüchte: gedörrte Pfirsiche, Grapefruit und Pflaumen. Dezente Gewürznoten wie von Nelken, Zimt und Vanille verbinden sich mit einer leichten Schwefelnote, die mich an ein abgebranntes Streichholz oder eine Wunderkerze erinnert. Es ist eine aromatische, vielleicht sogar etwas dreckige Note, die ich häufiger bei Whiskies der Brennerei Tobermory wahrnehme und die diese Single Malts für mich so charaktervoll macht.

Mit der Zeit verstärken sich die würzigen Aromen, die dann immer deutlicher an Leder und Pfeifentabak erinnern. Insgesamt zeigt der Tobermory 1996/2016 ein angenehm komplexes und gesetztes Aroma, das von der langen Zeit zeugt, die der Whisky in einem dunklen Lagerhaus reifen durfte.

Wie in der Nase, so ist der Tobermory 1996 von Alambic auch im ersten Antritt fruchtig und sherrysüß, um dann gleich einer kräftigen Pfeffernote Platz zu machen. Mit einem leichten Prickeln legt sie sich auf Zunge und Wangen. Wieder zeigen sich dabei Anklänge von Zimt und Pfeifentabak. Auch das Trockenobst ist zu schmecken, vor allem sind es Assoziationen an überreife und getrocknete Pflaumen, die dabei im Vordergrund stehen. Schließlich machen sich würzige Eichenholznoten bemerkbar, die eine Spur Kaffee und Kakao in sich tragen.

Der Abgang des Tobermory 1996/2016 ist lang und trocken. Zunächst zeigen sich dabei noch einmal süße Früchte, bevor das Eichenholz erneut etwas Kaffee, Kakao und geröstete Haselnüsse zurücklässt.

Gerade einmal 119 Flaschen dieses tollen und vielschichtigen Single Malts wurden abgefüllt. Mit etwas Glück lässt sich vielleicht auch noch die ein oder andere Flasche davon im Fachhandel ergattern. In der Whisky Lounge in Heroldsberg gab es den Tobermory von Alambic für 129 Euro zu kaufen.

Wer gesetzte Whiskies aus dem Sherryfass schätzt, die mehr zu bieten haben als einen übermäßig dominanten Sherryeinfluss, für den ist der Tobermory 1996/2016 von Alambic Classique genau das Richtige.

Patrick

2 Antworten auf „Whisky-Vorstellung: Tobermory 1996/2016, Alambic Classique, 55,5%Vol.“

    1. Aktuell sollte der aber noch zu bekommen sein. Einfach mal beim Fachhändler vor Ort nachfragen oder zur Not das Internet durchstöbern. Vielleicht bleibt es ja nicht beim Wunschdenken 😉

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