Whisky-Vorstellung: Macallan Speymalt 2007, Gordon & MacPhail, 43%Vol.

Macallan Speymalt 2007 (Gordon & MacPhail)
Macallan Speymalt 2007 (Gordon & MacPhail)

Die Whiskies der schottischen Brennerei Macallan sind legendär. 1824 wurde die in der Speyside gelegene Brennerei gegründet und gehört damit zu den ältesten legalen Brennereien der Gegend. Heute zählen die Abfüllungen von Macallan zu den begehrtesten Whiskies überhaupt. Entsprechend sind die Preise für Originalabfüllungen deutlich gestiegen, vor allem für solche mit Altersangabe. Neben den Abfüllungen der Brennerei finden auch regelmäßig Bottlings des renommierten unabhängigen Abfüllers Gordon & MacPhail ihren Weg zu den Genießern. Das 1895 gegründete Unternehmen mit Sitz in Elgin, im Nordosten Schottlands, hat das seltene Privileg, Macallan Whiskies unter Angabe des Brennereinamens für die eigene Range abzufüllen. Für jeden Macallan Whisky aus der Speymalt-Serie gibt Gordon & MacPhail den Destillations-Jahrgang auf der Flasche an. Neben sehr alten Abfüllungen wird jedes Jahr auch ein 9-jähriger Macallan abgefüllt.

Der 2016 abgefüllte Speymalt wurde im Jahr 2007 gebrannt und reifte in nicht näher bezeichneten Sherryfässern. Allerdings zeigt sich der Single Malt in seiner Farbe relativ hell. Mich erinnert er an hellen Bernstein. Nicht unbedingt das, was man von einem im Sherryfass ausgebauten Whisky erwartet. Vielleicht liegt es aber auch an der Kühlfiltration oder an der relativ geringen Alkoholstärke von 43%Vol., das der Whisky etwas heller ausfällt.

Eine typische Sherrybombe ist dieser Macallan nicht, trotzdem ist der Sherry im Aroma sofort erkennbar. Davon zeugen auch die Fruchtfliegen, die sofort um das Glas schwirren und nur mit Mühe davon abzuhalten sind, sich im Speymalt zu ertränken. Fruchtig und süß steigt der Macallan in die Nase. Angenehm weich und rund, wie man es von einem Whisky aus dieser Brennerei erwarten darf. Anklänge von süßen Rosinen, saftigen Orangen, Zitronen und reifen Äpfeln verbinden sich mit zarten Gewürznoten von Nelken und Ingwer. Auch das Aroma von frischer Wachspolitur ist erkennbar, oder habe ich das noch vom Autowaschen in der Nase?

Im Mund breitet sich der Speymalt geschmeidig aus und zeigt sich auch dabei von einer weichen Seite. Der Geschmack erinnert mich dabei zuerst an reife Äpfel und kandierten Ingwer. Anschließend breiten sich Anklänge von zartschmelzender Milchschokolade und eine Eichenwürze aus, die etwas an angeröstetes Holz erinnert. Eine schöne, runde Sache. Der Abgang des Single Malts ist für mein Empfinden allerdings höchstens mittellang und zeigt dabei wieder eine fruchtige Süße und eine dezente Eichenwürze.

Sicher gehört der Macallan Speymalt 2007 nicht zu den komplexesten Whiskies. Aber er ist ein sehr schöner Trinkwhisky, fruchtig und süß mit Schokolade und angenehmen Sherrynoten. Eine etwas höhere Alkoholstärke würde ihm aber sicher gut zu Gesicht stehen. Auch das Preisleistungsverhältnis für diesen Macallan ist in Ordnung. Bei Otto Steudel und Simon Ebentheuer (Celtic Whisk(e)y Nürnberg) gibt es den Speymalt für unter 50 Euro. Wer auf der Suche nach einem guten Everyday-Dram ist und Whiskies mit Sherryeinfluss mag, sollte mit dem Macallan Speymalt 2007 auf seine Kosten kommen.

Patrick

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