Whisky-Vorstellung: Port Askaig 16, Speciality Drinks, 45,8%Vol.

Port Askaig 16 (Speciality Drinks)
Port Askaig 16 (Speciality Drinks)

Das Feuer prasselt im Kamin und der Wind peitscht den Regen gegen das Fenster. Die Temperaturen sinken spürbar und die Sternbilder am Nachthimmel zeugen vom Wechsel der Jahreszeiten. Es wird Herbst. Eine Jahreszeit, die mich gerne zu den rauchigen Islay Single Malts im Barschrank greifen lässt, die mit dem über Torfrauch gedarrten Malz und maritimen Anklängen zu einem gemütlichen Stündchen vor dem heimischen Kamin einladen. Und so findet heute ein 16-jähriger Port Askaig den Weg in mein Glas. Obwohl in der gleichnamigen Hafenstadt auf Islay kein Whisky produziert wird, steht der Markenname Port Askaig für charakteristische Islay Single Malts. Abgefüllt werden diese Whiskies von Speciality Drinks aus London. Doch woher die Fässer genau stammen, ist nicht bekannt. Ob sich dahinter tatsächlich Single Malts der Brennerei Caol Ila verbergen, muss offen bleiben. Nur dass die Whiskies tatsächilch von Islay kommen, können die Port Askaig-Abfüllungen nicht verheimlichen.

Der hier vorgestelltete Port Askaig 16 schimmert wie helles Stroh im Glas. Nur vereinzelt ziehen sich zähflüssige, ölige Legs an der Wand des Glases herab. Ausgebaut wurde der Single Malt in ehemaligen Bourbon- und Sherryfässern. Dafür ist er nach der mindestens 16-jährigen Reifezeit aber immer noch relativ hell.

In der Nase zeigt sich sofort eine deutliche Rauchnote, die mich an Asche und den kalten Rauch eines verglühenden Lagerfeuers erinnert. Der Rauch ist dabei keinesfalls beißend oder zu dominant, wie man es von manchen jüngeren Islay Malts kennt. Hier haben die sechzehn Jahre deutliche Spuren hinterlassen und einen ausbalancierten Single Malt geformt, dessen reife und gesetzte Rauchnoten das Gesamtaroma wunderbar tragen. So verbindet sich der Rauch mit zitrusfruchtigen Anklängen wie von Limetten und Orangenschalen, bevor eine Süße von Waldhonig und Vanille der Nase schmeichelt. Im Hintergrund entdecke ich eine Spur von frischem Waldmeister und allmählich getrocknete Kräuter und furchtig-süße Oliven.

Mit seiner öligen Konsistenz füllt der Port Askaig den Mundraum aus. Der Rauch bringt dabei ein leichtes Prickeln auf die Zunge. Eine leicht Schärfe wie von zerstoßenem Pfeffer legt sich auf die Wangen und bleibt eine ganze Weile präsent. Trotzdem ist der Single Malt vom ersten Schluck an süß und ausbalanciert. Die 45,8%Vol. stehen dem Whisky ganz gut zu Gesicht und tragen ihren Teil dazu bei, dass der Port Askaig 16 auch im Geschmack ausgewogen erscheint. Wieder zeigt der Whisky fruchtige Anklänge von Limetten und süßem Waldhonig. MIt der Zeit sind herbsüße Kräuternoten wie von Kräuterbonbons auszumachen, die sich mit einer feinen Eichenholzwürze verbinden.

Der lange Abgang ist von einem trockener werdenden Mundgefühl geprägt. Ein Geschmack von kalter Asche bleibt im Mundraum zurück, während zartbittere Eichenwürze wie von frischem Espresso die Zunge belegt. Immer wieder blitzt eine Süße durch, die mich mit ihren leicht säuerlichen Anklängen erneut an Waldmeister erinnert.

Der Port Askaig 16 ist für meinen Geschmack ein angenehm ausbalancierter Islay Single Malt. Sein Alter trägt dazu bei, dass der charakteristische Rauch nicht zu dominant ist, sondern dass auch furchtige und kräuterige Noten deutlich auszumachen sind. Für Islayfans ist der Port Askaig 16 sicher nicht nur an verregneten Herbsttagen eine gute Wahl, auch wenn er für mein Empfinden an solchen Tagen besonders gut zur Geltung kommt. Im Fachhandel ist der Port Askaig 16 für etwa 100 Euro erhältlich. Für meine Vorstellung bekam ich von Kirsch Import ein Sample des Single Malts.

Patrick

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