Whisky-Vorstellung: Edradour Ballechin Cuvée 2008, Distillery Bottling, 46% Vol.

Edradour Ballechin Cuvée 2008 (Distillery Bottling)
Edradour Ballechin Cuvée 2008 (Distillery Bottling)

Die in den schottischen Highlands gelegene Brennerei Edradour ist ein Besuchermagnet. Und nicht nur Whiskyliebhaber besichtigen die ehemals kleinste Brennerei Schottlands, die seit Anfang der 2000er Jahre dem unabhängigen Abfüller Andrew Symington (Signatory) gehört. Aktuell befindet sich die Brennerei im Umbau, was vor allem an der wachsenden Nachfrage liegt und daran, dass bei Edradour gleich zwei Whiskymarken ihr Produktionszuhause haben. Denn neben den nicht rauchigen, meist in Sherryfässern ausgebauten Edradour Single Malts werden seit der Übernahme durch Signatory Vintage auch rauchige Whiskies produziert. Im Handel tragen diese Abfüllungen den Markennamen Ballechin, der an eine frühere Highlandbrennerei erinnert, in der wohl besonders rauchige Whiskies destilliert wurden.

Mit dem hier vorgestellten Whisky wurden nun erstmals ein Sherryfass gereifter Edradour und rauchige Ballechin Malts aus drei ehemaligen Bourbonfässern miteinander vermählt. Alle vier Single Malts wurden 2008 destilliert, so dass die Edradour Ballechin Cuvée im Herbst 2016 mit einem Alter von acht Jahren abgefüllt wurde. Wie üblich wurde dabei sowohl auf eine künstliche Färbung, als auch auf eine Kühlfiltration des Whiskies verzichtet.

Obwohl die Edradour Ballechin Cuvée auf eine Trinkstärke von 46% Vol. verdünnt wurde, wartet der Whisky mit einer intensiven, dunkelgoldenen Farbe auf. Dickflüssig und ölig ziehen sich die Legs an der Glaswand nach unten.

Das Aroma ist in meiner Wahrnehmung zunächst von einer Fruchtigkeit geprägt, die ich häufiger bei Edradour Single Malts wahrnehme: Fleischige, dunkle Früchte, die von einer Honigsüße und einer dezenten Säure im Hintergrund getragen werden. Natürlich steigt auch der aromatische Rauch sofort in die Nase. Etwas kühlend erinnert er an Räucherspeck und ein abgebranntes Lagerfeuer. Für mich harmoniert dieser Rauch gut mit den Fruchtnoten dieser Whisky-Komposition. Nach einer Weile nehme ich das Aroma von vergorenen, gebratenen Bananen wahr und erneut eine leichte Fruchtsäure, bevor Assoziationen von gebrannten Mandeln und honigglasiertem Schinken aufkommen.

Mit einem Prickeln auf der Zunge und einem trocken-rauchigen Gefühl breitet sich die Edradour Ballechin Cuvée im Mund aus. Eine Assoziation von Räucherspeck legt sich auf den Gaumen. Allmählich machen sich dahinter deutliche Sherrynoten erkennbar. Süße Fruchtnoten von Dörrobst, mit Milchschokolade überzogene Rosinen und Honigmandeln prägen nun den Geschmack hinter dem kalten Lagerfeuerrauch.

Der mittellange Abgang ist von kaltem Rauch, Speck und nussigen Eichenholznoten geprägt. Ein trockenes Gefühl legt sich auf die Wangen und für einen Augenblick zeigen sich noch einmal Assoziationen von Honig, kandiertem Dörrobst und Kakaopulver.

Für meinen Geschmack ist die Edradour Ballechin Cuvée 2008 eine gelungene Whisky-Komposition. Das Zusammenspiel aus Räucherspeck, süßen Früchten und Honigmandeln prägt einen ausgewogenen und interessanten Malt Whisky. Mit einem Preis knapp unter 60 Euro kann man auch noch von einem annehmbaren Preisleistungsverhältnis sprechen. Für meine Vorstellung bekam ich vom deutschen Edradour-Vertrieb Kirsch Import ein Sample der Edradour Ballechin Cuvée.

Patrick

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