Whisky-Vorstellung: Slyrs Pedro Ximénez Cask, Sherry Edition No. 3, Distillery Bottling, 46% Vol.

Slyrs Pedro Ximénez Finish (Distillery Bottling)
Slyrs Pedro Ximénez Finish (Distillery Bottling)

Die oberbayerische Brennerei Slyrs ist der größte Single Malt Produzent Deutschlands. Bereits seit Ende der 1990er Jahre wird am Schliersee Whisky destilliert. Inzwischen auch auf einer Pot Still Anlage nach schottischem Vorbild.

Das stimmungsvoll gestaltete Besucherzentrum mit Fasslager und Verkostungslounge hat sich zu einem regelrechten Besuchermagnet entwickelt. Hier bekommen Whiskyliebhaber einen Einblick in die oberbayerische Whiskyproduktion, für die übrigens fränkisches Malz aus einer Bamberger Mälzerei verwendet wird.

Der Slyrs Single Malt reift standardmäßig für drei Jahre in frischen, getoasteten Fässern aus amerikanischer Weißeiche. Darüber hinaus erhalten einige Whiskies ein Finish in einer zweiten Fassart. Der hier vorgestellte Slyrs PX Edition No. 3 wurde für neun Monate in ehemaligen Pedro Ximénez Sherryfässern nachgereift.

Auf die natürliche Färbung des Whiskies hatten die PX-Fässer deutlichen Einfluss. In einem satten Bernsteinton strahlt der Slyrs Pedro Ximénez Edition No. 3 im Licht. Die Legs fließen dabei sehr langsam an der Galswand herab.

Auch im Aroma zeigt sich sofort der fruchtig süße Einfluss des Pedro Ximénez Sherry. Anklänge von Pflaumen, Rosinen und Waldbeeren steigen in die Nase. Die 46% Vol. machen sich kühlend und mit einer dezenten Pfeffernote bemerkbar. Dahinter mache ich eine Prise Zimt aus, die mich im Zusammenspiel mit dem fruchtigen Charakter des Single Malt an frisch eingekochtes Pflaumenmus erinnert. Mit der Zeit zeigen sich auch Aromen, die ich bereits von der Slyrs Standardabfüllung kenne und die den Einfluss der getoasteten Weißeiche zeigen: Karamell und Anklänge von Milchschokolade.

Der Antritt ist verhältnismäßig mild und cremig. Trotzdem zeigt sich eine leichte Schärfe, die mich an Pfeffer oder Chili erinnert. Dahinter macht sich sofort der Sherryeinfluss bemerkbar. Süßes Fruchtkompott mit Anklängen von Pflaumen, Rosinen und kandierten Datteln schmeichelt dem Gaumen. Mit Assoziationen von Blütenhonig, Karamell, Sternanis und Vanille zeigt der Slyrs PX weitere Facetten. Abgerundet wird der Geschmackseindruck durch Noten von Milchschokolade und Kakaopulver.

Der mittellange Abgang ist weich und wärmend. Dabei zeigt sich zunächst dunkles Kakaopulver, das immer wieder süßes Pflaumenmus durchscheinen lässt. Schließlich legt sich ein Nachgeschmack von gerösteten Haselnüssen und ein Belag, der mich etwas an Aluminiumfolie erinnert, auf die Wangen.

Der Slyrs Pedro Ximénez Edition No. 3 zeigt sich als weicher Single Malt mit fruchtig süßem Charakter. Man merkt ihm stellenweise seine Jugend an, trotzdem gewinnt er durch das Sherryfass-Finish an Tiefe und Komplexität. Ein recht gelungener deutscher Single Malt, der allerdings mit einem Flaschenpreis von gut 60 Euro auch kein Schnäppchen ist.

Patrick

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