Whisky-Vorstellung: Glenrothes 1996-2016, A.D. Rattray, 52,9%Vol.

Glenrothes 1996 (A.D. Rattray)
Glenrothes 1996 (A.D. Rattray)

Die 1878 gegründete Glenrothes Distillery liegt in der schottischen Speyside und ist vor allem für ihre fruchtigen und sherrytönigen Whiskys bekannt. Der von A.D. Rattray abgefüllte Glenrothes 1996-2016 ist deshalb eher ein untypischer Vertreter der Brennerei. Denn dieser Single Malt reifte zwanzig Jahre in einem ehemaligen Bourbonfass.

Andrew Dewar Rattray gründete sein Geschäft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Import- und Handelsunternehmen für Tee, Wein und Spirituosen in Glasgow. Bald schon wurde das Sortiment um eigene Blended Whiskys erweitert und A.D. Rattray etablierte sich als unabhängiger Abfüller auf dem schottischen Whiskymarkt. Nachdem die Firma im zwanzigsten Jahrhundert die Besitzer wechselte, ist sie inzwischen wieder in Familienbesitz und wird von Tim Morrison geleitet, dem Ur-Urenkel von Andrew Dewar Rattray.

Der Fokus des unabhängiger Abfüllers aus Kirkoswald liegt auf ungewöhnlichen und exklusiven Einzelfassabfüllungen. In dieses Portfolio passt auch der hier vorgestellte Glenrothes, der 1996 destilliert und zwanzig Jahre später abgefüllt wurde. Natürlich ohne künstliche Färbung, nicht kühlfiltriert und in einer Fassstärke von 52,9%Vol.

Im Glas funkelt der 20jährige Glenrothes von A.D. Rattray in hellen Goldtönen und zieht dabei sehr ölige Legs.

Die erste Nase ist von einer kühlenden und leicht pfeffrigen Alkoholnote geprägt. Allerdings zeigen sich bereits nach einem kurzen Augenblick dahinter frische Anklänge von Zitrusfrüchten, die mich an geriebene Zitronen- und Orangenschalen erinnern. Allmählich mischt sich mit einer Prise Vanille auch der typische Einfluss des Bourbonfasses unter das fruchtig-frische Aroma. Mit etwas mehr Zeit im Glas drängen sich Gebäcknoten in den Vordergrund, die im Zusammenspiel mit den Zitrusfrüchten an Zitronenplätzchen erinnern.

Cremig fließt der Whisky über die Zunge und hinterlässt dabei ein würziges Prickeln auf der Zungenspitze. Dahinter macht sich sofort ein Geschmack von Zitronenbiskuit bemerkbar. Assoziationen von einer Biskuitrolle, die mit sahniger Zitronencreme gefüllt ist, kommen auf. Die würzigen Eichennoten bilden einen interessanten Kontrast dazu. Mit der Zeit mache ich einen immer kräftiger werdenden Geschmack von Birnen, Vanille und Karamell aus. Der Whisky erinnert mich nun etwas an den Geschmack von Birne Helene.

Der relativ lange Abgang ist vor allem vom nussig-würzigen Eichenaroma geprägt, hinter dem immer wieder Anklänge von Vanille, Zitrone und Birne aufblitzen.

Der Glenrothes 1996 von A.D. Rattray bietet viel von dem, was man von einem Single Malt erwarten darf, der zwanzig Jahre in einem ehemaligen Bourbonfass reifte. Interessant ist, dass er damit eine eher untypische Perspektive auf die Brennerei Glenrothes bietet. Der auf 359 Flaschen limitierte Single Malt ist bei Scotch Broth in Fürth für 99 Euro zu bekommen.

Patrick

 

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