Whisky-Vorstellung: Glen Garioch 2011/2017, C&S Dram Collection, 60,5%Vol.

Glen Garioch 2011/2017 (C&S Dram Collection)
Glen Garioch 2011/2017 (C&S Dram Collection)

Die in den schottischen Highlands gelegene Glen Garioch Distillery wurde bereits 1797 gegründet. Ihre historischen Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Die knapp 30 km von Aberdeen entfernt gelegene Glen Garioch Distillery ist die östlichste Whisky Brennerei Schottlands. Seit Mitte der 1990er Jahre gehört sie zum japanischen Suntory-Konzern.

Neben Originalabfüllungen der Brennerei finden Glen Garioch Single Malts auch über unabhängige Abfüller wie Andrea Caminneci ihren Weg zu den Whiskyliebhabern. Der Rheinländer mit italienischen Wurzeln setzt bei seinen C&S Dram Bottlings ganz auf Genuss und Qualität zu einem vernünftigen Preis. Andere Kriterien, wie etwa das Alter eines Whiskys, spielen für den “Keeper of the Quaich” keine Rolle. “Wenn ein junger Whisky gut ist – abfüllen, wenn ein alter Whisky nicht gut ist – nicht abfüllen! Alter ist keine Qualitätsgarantie!”

Für seine C&S Dram Collection wählt Andrea Caminneci gemeinsam mit schottischen Partnern gezielt Fässer aus, die dann einzeln in Fassstärke, nicht kühlfiltriert und ohne künstliche Färbung ihren Weg in die Flasche finden. Der hier vorgestellte Glen Garioch wurde am 4. Oktober 2011 destilliert und durfte anschließend gute fünf Jahre in einem ehemaligen Bourbon Barrel (#2784) reifen, bevor er am 23. Januar 2017 abgefüllt wurde.

Im Glas schimmert der junge Single Malt aus der C&S Dram Collection in hellem Strohgelb und zieht dabei sehr langsame und feine Legs.

Das Aroma ist von süßer Vanille und hellen, grünen Früchten geprägt. Beim ersten Riechen zeigt aber auch die Fassstärke mit ihren 60,5%Vol. ihre Kraft. Ein würziger Geruch von frisch gemahlenem Pfeffer steigt in die Nase. Dahinter zeigen sich die Süße von eingekochtem Birnenkompott und eine leicht säuerliche Fruchtnote wie von grünen Äpfeln. Immer wieder setzt sich das Vanillearoma durch, das mich mit der Zeit etwas an honigglasiertes Gebäck erinnert. Allmählich zeigen sich auch Heidekraut und die dezente Würze des Eichenholzes.

Im kräftigen Antritt zeigt der fünfjährige Glen Garioch, welche Power in ihm steckt. Eine deutliche Chilinote setzt sich auf der Zungenspitze und am Gaumen fest. Als das Prickeln nachlässt, breitet sich der Geschmack von süßer Vanille und Birnen im Mund aus. Dieser Geschmackseindruck wird mit der Zeit durch feinherbe Kräuternoten und würziges Eichenholz abgerundet.

Der mittellange, wärmende Abgang ist von würzigem Pfeffer und einem dezenten Nachgeschmack von süßen Birnen geprägt. Die leicht nussige Bitterkeit des Eichenfasses, die mich etwas an geröstete Haselnüsse und Bittermandeln erinnert, hinterlässt ein trockenes Mundgefühl.

Für mich ist der Glen Garioch 2011/2017 aus der C&S Dram Collection ein Whisky mit Power und von guter Qualität. Er zählt nicht zu den komplexesten Single Malts, kann aber trotzdem durch ein interessantes Wechselspiel aus Würze, süßen Gebäcknoten sowie Birnen- und Apfelnoten überzeugen. Dass dieser Whisky im Fachhandel für etwa 40 Euro zu bekommen ist zeigt, dass gute Qualität nicht immer teuer sein muss. Für meine Vorstellung erhielt ich von Caminneci Wine & Spirit Partner ein Sample des Single Malts.

Patrick

 

 

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