Whisky-Vorstellung: Mortlach 1996/2017, Alambic Classique, 54,2%Vol.

Mortlach 1996 (Alambic Classique)
Mortlach 1996 (Alambic Classique)

Den Mortlach 1996 des unabhängigen Abfüllers Alambic Classique probierte ich im März 2017 auf der Nürnberger Whisk(e)ymesse The Village zum ersten Mal. Erst wenige Tage zuvor war der Whisky in Deutschland angekommen. Allerdings gehörte er schon seit vielen Jahren zum Lagerbestand von Hermann Suppanz, dem Gründer und Eigentümer von Alambic Classique. Als erfahrener Whiskyabfüller legt der Allgäuer großen Wert auf die Balance seiner Single Malts. Nach gut zwanzig Jahren in einem ehemaligen Oloroso-Sherryfass schien Anfang 2017 der perfekte Zeitpunkt gekommen, um den Whisky als Einzelfasswhisky abzufüllen. Nicht kühlfiltriert, in Fassstärke und mit natürlicher Färbung feierte der Mortlach 1996 auf der Nürnberger Messe seine Premiere.Farblich erinnert der 20-jährige Speyside Single Malt an dunklen Bernstein. Die Legs ziehen schlank und gleichmäßig an der Glaswand herab.

In der Nase zeigt der Mortlach 1996 sofort, dass er ein gesetzter und älterer Single Malt ist. Charakteristische Oloroso-Sherrynoten steigen in die Nase, sind dabei aber nicht zu übermächtig und lassen auch anderen Aromaeindrücken genug Raum. In fühle mich an süße Rosinen und Saftorangen erinnert. Der Alkohol ist wunderbar eingebunden. Die Orangennoten werden für mich immer deutlicher. Im Hintergrund zeigen sich feine Anklänge von Bienenwachs, Nelken und etwas Vanillegebäck. Ein sehr ausgewogenes und rundes Aroma.

Cremig und weich fließt der Mortlach 1996 über die Zunge. Die ersten Geschmackseindrücke sind süß und fruchtig. Wieder fühle ich mich an saftige Orangen und kurz darauf an geriebene Orangenschalen erinnert. Ein Hauch kandierter Ingwer legt sich auf die Zungenspitze. Allmählich machen sich auf herbere und würzigere Facetten bemerkbar. Für mich spiegeln sich darin bitter-süße Orangenmarmelade, geriebene Orangenschalen, Nelken und Malzbonbons. Dahinter zeigt sich ein herb-fruchtiger Geschmackseindruck, der Assoziationen von kernigen Weintrauben aufkommen lässt.

Der lange und wärmende Abgang ist durch eine fruchtige Süße geprägt, die noch eine ganze Weile den Mundraum ausfüllt. Ein Anklang von Milchschokolade bleibt am Gaumen präsent, wird immer herber und erinnert schließlich an zartbittere Schokolade.

Dieser auf 244 Flaschen limitierte Single Malt wurde sofort zu einem meiner persönlichen Messehighlights 2017. Und das nicht nur, weil Mortlach Single Malts bei mir stets hoch im Kurs stehen. Mich haben die Qualität und die Balance des Whiskys einfach überzeugt. Genau dafür schätze ich auch die Abfüllungen von Alambic Classique. Es ist heute keine Selbstverständlichkeit, einen 20-jährigen Mortlach Single Malt aus dem Sherryfass mit dieser tollen Qualität und zu einem bezahlbaren Preis zu bekommen. Auch deshalb überzeugt mich dieser Whisky, der bei Scotch Broth Fürth, in der Whisky Lounge Heroldsberg und bei Gradls Whiskyfässla in Nürnberg für rund 130 Euro zu bekommen ist.

Patrick

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