Whisky-Vorstellung: Pulteney Distillery 2007/2017, A.D. Rattray, 58,4% Vol.

Pulteney Distillery 2007/2017 (A.D. Rattray)

Die Geschichte des unabhängigen Abfüllers A.D. Rattray wurzelt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Andrew Dewar Rattray ein Import- und Handelsunternehmen für Tee, Wein, Spirituosen und Olivenöl gründete. Bis in die 1920er Jahre wurden auch Whiskys vertrieben, bevor sich das Unternehmen in der Wirtschaftskrise jener Zeit zerschlug. Erst seit 2002 spielt der Name A.D. Rattray in der Whiskywelt wieder eine größere Rolle. Damals stieg Tim Morrison, ein Nachfahre von Andrew Dewar Rattray, als unabhängiger Abfüller ins Whiskygeschäft ein. Seitdem erscheinen unter dem Label A.D. Rattray regelmäßig Einzelfasswhiskys, die mit natürlicher Färbung, ohne Kühlfiltrierung und in Fassstärke abgefüllt werden.

Der hier vorgestellte Single Malt stammt aus der Pulteney Distillery, die bis zur Eröffnung der Wolfburn Distillery 2013 die nördlichste Brennerei auf dem schottischen Festland war. Destilliert wurde der Whisky am 21.11.2007 und reifte bis zu seiner Abfüllung am 20.02.2017 in einem ehemaligen Bourbon Barrel, dessen Einfluss sich bereits in der Farbe des Whiskys zeigt. Wie helles Stroh funkelt er im Glas und zieht dabei schlanke und sehr langsam fließende Legs.

Das Bourbonfasseinfluss ist auch unmittelbar nach dem Einschenken spürbar. Ein Aroma von reifen Birnen und Vanillegebäck steigt in die Nase. Eine Prise Pfeffer schiebt sich für einen Augenblick in den Vordergrund. Dahinter nehme ich einen süßen Geruch wahr, der mich an Marzipan erinnert. Mit der Zeit zeigen sich daneben auch deutliche Anklänge von weißer Schokolade.

Im Antritt ist der Pulteney cremig und weich. Der Alkohol ist gut eingebunden. Ein süßer Geschmack von weißer Schokolade und Marzipan breitet sich auf der Zunge aus. Die fruchtigen Geschmacksnoten, die sich darunter zeigen, erinnern mich mal an saftige Birnen, dann wieder an reife Bananen. Mit der Zeit werden die Bananen aber immer deutlicher und verbinden sich mit kandiertem Ingwer und einem cremig süßen Geschmack, der mich an Vanillesoße erinnert.

Im relativ langen und wärmenden Abgang meine ich für einen Augenblick eine Prise Salz wahrzunehmen. Dahinter zeigen sich zarte Röst- und Holznoten, die mich an geröstete Haselnüsse erinnern.

Ein schöner und ausgewogener Single Malt – süß, fruchtig und cremig mit leicht maritimem Einfluss. Das Bourbonfass hat seine Prägung spürbar hinterlassen, ist aber nicht zu dominant – eine runde Sache. Bei Scotch Broth in Fürth war der auf 238 Flaschen limitierte Whisky für gut 70 Euro erhältlich.

Patrick

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