Whisky-Vorstellung: Mulindry – The Dark Side of Islay (Blended Islay Malt), Malts of Scotland, 48,9% Vol.

Mulindry – The Dark Side of Islay (Malts of Scotland)

Manche Whiskys laden zum Träumen an. Mit ihnen kann man sich einen ganzen Abend lang beschäftigen und vor dem inneren Auge Geschichten von fremden Welten entstehen lassen. Die Whiskys aus der “The Dark Side of Islay”-Serie des unabhängigen Abfüllers Malts of Scotland sind genau solche Whiskys. Bereits durch ihre optische Anmutung, mit ihren Drachenmotiven auf dem Etikett, die wie Drachenblut funkelnde Färbung und ihr individuelles Rauchprofil öffnen sie das Tor zu einer sagenumwobenen Welt.

Wie bereits bei den beiden Vorgängern Scarabus und Octovulin hat Thomas Ewers auch für den dritten “The Dark Side of Islay”-Whisky drei Fässer aus drei unterschiedlichen Islaybrennereien ausgewählt. “Mulindry” hat er seinen Blended Malt Whisky diesmal genannt, der mit 22 bis 26 Jahren älter als seine beiden Vorgänger ist. Nach der Vermählung der Fässer wurde der Mulindry mit natürlicher Färbung, nicht kühlfiltriert und in Fassstärke (48,9% Vol.) abgefüllt.

Farbe: Wie blank poliertes Kupfer schimmert der Mulindry im Glas und zieht dabei sehr schlanke und äußerst langsam fließende Legs.

Aroma: Würziger Rauch, der Assoziationen von einem offenen Kaminfeuer aufkommen lässt, verbindet sich mit dem Aroma süßer Beeren. Für einen Augenblick fühle ich mich sogar etwas an Himbeerbonbons erinnert, bevor der Blended Malt seine würzige Seite zeigt. Eine Prise Pfeffer und mineralische Noten, die mich an feuchten Kies erinnern, machen sich bemerkbar. Mit der Zeit steigt süße Vanille in die Nase, bevor Anklänge von Rosinen und reifen Pflaumen in den Vordergrund drängen. Allmählich zeigen sich immer deutlichere Aromen von geräuchertem Dörrobst und Beeren. Für einen Augenblick meine ich dezente Anklänge von Rotwein wahrzunehmen, die sich mit Vanille, süßen Beeren, Vanille und Räucherspeck verbinden.

Geschmack: Der erste Antritt ist von würzigem Torfrauch, rumgetränkten Rosinen und einer Prise schwarzem Pfeffer geprägt. Der Pfeffer breitet sich im Mundraum aus und belegt den Gaumen noch eine Weile, ohne dabei zu übermächtig zu werden. Dahinter liegen Asche, Rauch, Rosinen und rote Weintrauben. Wieder zeigen sich Noten von süßen Beeren und weingetränkten Früchten. Mit der Zeit machen sich Röstaromen von frischem Kaffee bemerkbar, hinter denen sich immer wieder der Geschmack von honigglasiertem Speck und süßen Beeren zeigt.

Abgang: Der Abgang ist lang und wärmend mit kalter Asche, frisch geröstetem Kaffee und rumgetränkten Früchten.

Fazit: Der Mulindry aus der “The Dark Side of Islay”-Serie ist ein sehr facettenreicher Blended Malt, dem man sein reifes Alter deutlich anmerkt. Spontan finde ich ihn etwas rauchiger als seine beiden Vorgänger, aber wieder ist der Rauch wunderbar harmonisch eingebunden und wird durch die süßen und fruchtigen Anklänge perfekt ergänzt. Eine sehr gelungene Kreation für alle Fans alter Islaywhiskys. Mit diesem Whisky lassen sich die kalten Herbsttage wunderbar versüßen. Im besten Fall vor einem prasselnden Kaminfeuer und mit der Geschichte von einem schwarzen Drachen, der lautlos durch die nebeldurchzogenen Buchten fliegt, im Kopfkino.

Bezugsmöglichkeit und Preis: Der auf 1065 Flaschen limitierte Blended Malt ist bei Scotch Broth in Fürth und in der Whiskylounge Heroldsberg für 175 Euro erhältlich

Patrick

 

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