Portrait: Tom Skowronek (Anam na h-Alba, unabhängiger Abfüller aus Oberhausen)

Tom Skowronek füllt die Seele Schottlands in Flaschen. Foto: (c) T. Skowronek
Tom Skowronek füllt die Seele Schottlands in Flaschen.
Foto: (c) T. Skowronek

Whisky ist eine Spirituose, die in ihrer Vielschichtigkeit und Komplexität beinahe etwas Magisches trägt. Deshalb schrieb der britische Schriftsteller Ivor Brown über das „Wasser des Lebens“: „Schottischer Whisky bewahrt ein Geheimnis, den Zauber seines Heimatortes“. Viele Whiskyliebhaber teilen diese poetische Umschreibung ihres Lieblingsgetränks. Für sie spiegeln sich in einem guten Glas Single Malt das Land und die Leute seiner Herkunft und der Zauber der langen Zeit, die diesen Whisky zu dem machten, was er ist.

Zu diesen Whiskygenießern gehört auch Tom Skowronek. Der Gründer und Eigentümer des Whiskylabels Anam na h-Alba hat deshalb seinen Firmennamen ganz bewusst gewählt: „Die Seele Schottlands“ bedeutet der gälische Ausspruch übersetzt. Dieser Name ist Programm oder besser gesagt: Er ist die Philosophie hinter den Single Malts, die der Rheinländer seit einigen Jahren abfüllt und mit denen er Liebhaber von Einzelfassabfüllungen regelmäßig begeistert. Denn Anam na h-Alba steht für Whiskys mit Charakter. “Portrait: Tom Skowronek (Anam na h-Alba, unabhängiger Abfüller aus Oberhausen)” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Bunnahabhain 2000, Scotch Broth 15th Anniversary, Malts of Scotland, 58,2%vol.

Bunnahabhain 2000 - Scotch Broth 15th Anniversary (Malts of Scotland)
Bunnahabhain 2000 – Scotch Broth 15th Anniversary (Malts of Scotland)

Im Herbst 2015 feierte der Fürther Whiskyhändler Andreas Hertl mit seinem Ladengeschäft Scotch Broth 15-jähriges Jubiläum. Seit dem Jahr 2000 finden Whiskyliebhaber in dem stilvoll eingerichteten Laden mit integriertem Tastingraum Abfüllungen mit hohen Qualitätsstandards: Ungefärbte, nicht kühlgefilterte Einzelfassabfüllungen, meist von unabhängigen Abfüllern, zeichnen das Sortiment aus. Klar, dass auch das Geschäftsjubiläum mit einem entsprechenden Whisky gefeiert wurde: Ein 15-jähriger Bunnahabhain von der schottischen Insel Islay, der nach seiner Destillation im Jahr 2000 in einem firstfill Sherryhogshead ausgebaut und vom unabhängigen Abfüller Malts of Scotland in Fassstärke mit 58,2%vol. abgefüllt wurde. Insgesamt 158 Flaschen brachte das Fass mit der Nummer MoS 15078, die zu einem Preis von jeweils 89 Euro verkauft wurden und bereits kurz nach ihrem Erscheinen restlos vergriffen waren. “Whisky-Vorstellung: Bunnahabhain 2000, Scotch Broth 15th Anniversary, Malts of Scotland, 58,2%vol.” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Tomatin 1988, Malts of Scotland, 53,7%vol.

Tomatin 1988 (Malts of Scotland)
Tomatin 1988 (Malts of Scotland)

Mit manchen Whiskies ist es einfach unglaublich: Die ersten Aromen steigen in die Nase und ich bin vom ersten Augenblick an absolut begeistert und freue mich darauf, den Whisky intensiver zu entdecken. So ging es mir, als ich Anfang des Jahres bei Andreas Hertl (Scotch Broth Whisky) an einem Tasting zu unabhängigen Abfüllern teilnahm und das erste Mal den Tomatin 1988 von Malts of Scotland im Glas hatte. Thomas Ewers, Gründer und Eigentümer von Malts of Scotland, hat mit diesem 25-jährigen Single Malt aus den schottischen Highlands einen absoluten Volltreffer gelandet – zumindest für meinen Geschmack. 265 Flaschen wurden im Juni 2014 aus dem Refill Sherry Hogshead abgefüllt, die im Fachhandel knapp 140 Euro kosten. “Whisky-Vorstellung: Tomatin 1988, Malts of Scotland, 53,7%vol.” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Mortlach 1997, Ian MacLeod (Chieftain`s), 46%vol.

Mortlach 1997 (Chieftain`s), Pedro Ximénez-Sherry Finish
Mortlach 1997 (Chieftain`s), Pedro Ximénez-Sherry Finish

Die Tage werden kürzer und in den Läden türmen sich Dominosteine, Lebkuchen und Gewürz-Spekulatius. Es wird allmählich vorweihnachtlich. Der Mortlach 1997, der mit einem Alter von 17 Jahren vom unabhängigen Abfüller Ian MacLeod für die Chieftain`s Range abgefüllt wurde, passt wunderbar in diese Jahreszeit. Verantwortlich dafür ist das Finish in einem Pedro Ximénez-Sherryfass (Cask No. 91791), das diesem Single Malt seine dunkelgoldene Farbe verleiht und ihn schon beim Einschenken ins Glas eine fruchtige Süße verströmen lässt. Waldfrüchte, dunkle Beeren und Malz verbinden sich mit klebrigem Honig und Sirup. Gibt man dem Mortlach 1997 etwas Zeit im Glas, entwickeln sich hinter der ersten Dominanz süßer Aromen Anklänge von getrockneten Kräutern, Lavendel und Anis. “Whisky-Vorstellung: Mortlach 1997, Ian MacLeod (Chieftain`s), 46%vol.” weiterlesen

Portrait: Andreas Hertl (Scotch Broth Whisky & Whisky-Akademie, Königstraße 33, 90762 Fürth)

Bei Scotch Broth Whisky ist der Charme besonderer Whiskies spürbar. Foto: (c) A. Hertl
Bei Scotch Broth Whisky ist der Charme besonderer Whiskies spürbar.
Foto: (c) A. Hertl

Entspannt lehnt Andreas Hertl in seinem Chesterfield Sessel. Die antike Standuhr neben der Ladentüre schlägt mit hellem Klingeln zur vollen Stunde, um dann gleichmäßig und leise im Hintergrund weiter zu ticken. Andreas Hertls Laden in der Fürther Königstraße wirkt nicht nur an diesem Herbstnachmittag wie ein Ruhepol in der Hektik des Alltags. Das dunkle Holzregal, in dem sich die Whiskyflaschen aneinanderreihen und die hochglanzpolierte Tafel, die bereits für ein Tasting am Abend eingedeckt ist, tragen ihren Teil zu dieser Atmosphäre bei. “Portrait: Andreas Hertl (Scotch Broth Whisky & Whisky-Akademie, Königstraße 33, 90762 Fürth)” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: The Balvenie 12 Single Barrel, Originalabfüllung (Cask Number 3233), 47,8%vol.

Balvenie 12 Single Barrel (Originalabfüllung, Cask Number 3233)
Balvenie 12 Single Barrel (Originalabfüllung, Cask Number 3233)

Halb verfallene, steinerne Mauern recken sich am Ortsrand von Dufftown in den Himmel. Es sind die Überreste des einstigen Balvenie Castle, dessen Geschichte sich bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Die Jahrhunderte haben sichtlich Spuren an dem einst herrschaftlich anmutenden Bauwerk hinterlassen. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Whiskybrennerei Balvenie, die bis heute den Namen der Burg trägt – obwohl die Destillerie erst 1892 gegründet wurde, viele Jahrhunderte nach den Blütezeiten von Balvenie Castle. Übrigens vom selben Mann, der auch den heutigen Weltkonsern Glenfiddich aus der Taufe hob: William J. Grant. Und noch heute liegen beide Destillerien auf einem Gelände, auf dem sich inzwischen auch die Brennerei Kininvie. Balvenie produzierte lange Zeit ausschließlich für Blended Whiskys und bringt erst seit den 1970er Jahren Single Malts unter eigenem Label auf den Markt. “Whisky-Vorstellung: The Balvenie 12 Single Barrel, Originalabfüllung (Cask Number 3233), 47,8%vol.” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Mortlach 1995, Whisky Warehouse No. 8, 46%vol.

Mortlach 1995 (Whisky Warehouse No.8 - The Warehouse Collection)
Mortlach 1995 (Whisky Warehouse No. 8 – The Warehouse Collection)

Mortlach ist die älteste legale Whiskybrennerei von Dufftown, einer Stadt im Nordosten der schottischen Highlands, die mit ihren berühmten Destillerien als Whisky-Hauptstadt gelten kann. Von dort stammt also der Mortlach 1995 des unabhängigen Abfüllers Whisky Warehouse No. 8, der seinen Sitz in der Nähe von Hamburg hat und hinter dem das Ehepaar Susanne und Thomas Klink stehen. Einen ersten Eindruck dieses Single Malts bekam ich auf der Whisk(e)y-Messe Nürnberg im Frühjahr 2015, als ich am Stand von Thomas Klink einen Dram probieren und anschließend eine Flasche des Mortlach 1995 für knapp 90 Euro erstehen konnte. Wie für die Abfüllungen der “Warehouse Collection” von Whisky Warehouse No. 8 üblich, kommt der Mortlach 1995 in einer Holzkiste und mit einem ausführlichen Informationsbogen. “Whisky-Vorstellung: Mortlach 1995, Whisky Warehouse No. 8, 46%vol.” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Craigellachie 2002 – Dark Treacle Fondant, Wemyss Malts, 46%vol.

Craigellachie 2002 - Dark Treacle Fondant (Wemyss Malts)
Craigellachie 2002 – Dark Treacle Fondant (Wemyss Malts)

Wemyss Malts ist ein unabhängiger Abfüller aus Schottland, der bereits mit dem Namen, den er seinen Einzelfassabfüllungen gibt, ihren Charakter beschreiben will. “Dark Treacle Fondant” heißt der Craigellachie 2002, der 2014 nach 12 Jahren in einem Sherry Butt abgefüllt wurde und auf 804 Flaschen limitiert ist. Natürlich weckt das sofort Assoziationen nach Schokoladenguss, Honig und überhaupt nach Süße. Ich lernte den Craigellachie 2002 von Wemyss Malts zuerst bei einem Tasting im Laden von Andreas Hertl (Scotch Broth) in Fürth kennen, wo ich anschließend auch gleich eine Flasche für 62 Euro kaufte. “Whisky-Vorstellung: Craigellachie 2002 – Dark Treacle Fondant, Wemyss Malts, 46%vol.” weiterlesen