Portrait: Bernhard Schäfer (Nürnberger Whiskyexperte und Master of the Quaich)

Der Nürnberger Whiskyexperte Bernhard Schäfer schätzt vor allem rauchige Islay-Whiskies.
Der Nürnberger Whiskyexperte Bernhard Schäfer schätzt vor allem rauchige Islay-Whiskies.

Die Ikea-Regale in der Nürnberger Altbauwohnung biegen sich unter den Flaschen. Auf dem Parkett türmen sich Whiskytuben. An der Wand hängen Urkunden der Keepers of the Quaich. Bernhard Schäfers Wohnzimmer wirkt beinahe wie ein Whisky-Museum. Eine große Sammlung an Spirituosenflaschen hat der Nürnberger dort zusammengetragen. Neben Whiskies sind auch einige Gins und Rums vertreten. “Portrait: Bernhard Schäfer (Nürnberger Whiskyexperte und Master of the Quaich)” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: GlenDronach 12, Originalabfüllung, 43%vol.

GlenDronach 12 (Originalabfüllung)
GlenDronach 12 (Originalabfüllung)

Draußen vor dem Fenster ist es stürmisch und ungemütlich. Der Wind pfeift um das Haus und peitscht den Regen gegen die Scheibe. Nebel steigt aus dem Tal auf und hüllt den Wald in ein verwunschenes Licht.

Das ist genau die richtige Stimmung für einen sherrytönigen Single Malt wie den GlenDronach 12 Original. Denn dieser Whisky aus der Speyside, dem Herzen der schottischen Whiskyproduktion, bekam durch seine zwölf Jahre in Pedro Ximénez- und Oloroso-Sherryfässern eine dunkel-fruchtige Tiefe, mit der man sich wunderbar die kalte Jahreszeit versüßen kann. “Whisky-Vorstellung: GlenDronach 12, Originalabfüllung, 43%vol.” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: GlenDronach 15 Revival, Originalabfüllung, 46%vol.

GlenDronach 15 Revival (Originalabfüllung)
GlenDronach 15 Revival (Originalabfüllung)

Der Glendronach 15 Revival gehört allmählich zu den Whisky-Raritäten. Denn im Sommer gab die Brennerei aus der schottischen Speyside bekannt, dass der 15-jährige Single Malt für voraussichtlich drei Jahre vom Markt verschwindet. Kein Wunder, dass die Preise steigen. Ich konnte im Sommer bei Otto Steudel (Celtic Whisk(e)y Nürnberg) noch zu einem Flaschenpreis von knapp 60 Euro einkaufen.

Dass in den Warehouses der Brennerei aktuell anscheinend nicht ausreichend alter Whisky vorhanden ist, um die Nachfrage zu bedienen, ist durchaus nachvollziehbar. Schließlich wurde die Brennerei 1996 geschlossen und nahm erst 2002 die Produktion wieder auf. Zu leuchten begann der Glendronach-Stern schließlich ab 2008 mit der Übernahme durch Billy Walker, Geoff Bell und Wayne Kieswetter, die auch für die beeindruckenden Entwicklungen bei BenRiach verantwortlich sind. Glendronach wurde damit unabhängig von weltweit agierenden Spirituosengiganten. Für Single Malt-Genießer hat sich das auch auf die Qualität der Glendronach-Originalabfüllungen positiv ausgewirkt. So werden sämtliche Abfüllungen nicht kühlfiltriert, nicht gefärbt und mit mindestens 43%vol. abgefüllt. Im Fall des 15-jährigen Revival sind es sogar 46%vol. “Whisky-Vorstellung: GlenDronach 15 Revival, Originalabfüllung, 46%vol.” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Tomatin 1988, Malts of Scotland, 53,7%vol.

Tomatin 1988 (Malts of Scotland)
Tomatin 1988 (Malts of Scotland)

Mit manchen Whiskies ist es einfach unglaublich: Die ersten Aromen steigen in die Nase und ich bin vom ersten Augenblick an absolut begeistert und freue mich darauf, den Whisky intensiver zu entdecken. So ging es mir, als ich Anfang des Jahres bei Andreas Hertl (Scotch Broth Whisky) an einem Tasting zu unabhängigen Abfüllern teilnahm und das erste Mal den Tomatin 1988 von Malts of Scotland im Glas hatte. Thomas Ewers, Gründer und Eigentümer von Malts of Scotland, hat mit diesem 25-jährigen Single Malt aus den schottischen Highlands einen absoluten Volltreffer gelandet – zumindest für meinen Geschmack. 265 Flaschen wurden im Juni 2014 aus dem Refill Sherry Hogshead abgefüllt, die im Fachhandel knapp 140 Euro kosten. “Whisky-Vorstellung: Tomatin 1988, Malts of Scotland, 53,7%vol.” weiterlesen

Portrait: Otto Steudel (Celtic Whisk(e)y, Bulmannstraße 26, 90459 Nürnberg)

Otto Steudel ist Whiskyhändler und Whiskygenießer mit Leib und Seele.
Otto Steudel ist Whiskyhändler und Whiskygenießer mit Leib und Seele.

Otto Steudel ist ein Urgestein der fränkischen Whiskyszene. Mit Rauschebart, Hosenträgern und Brille steht der großgewachsene Nürnberger in seinem Laden in der Südstadt. Man spürt, dass Whisky für Otto Steudel nicht irgendein austauschbares Produkt ist. Er ist Whiskyhändler mit Leib und Seele und ein echter Kenner des Whiskymarkts. Auch wenn er mit seiner eigenen, etwas kauzigen Art Bezeichnungen wie „Whiskyexperte“ ablehnt. Otto Steudel sieht sich eher als ein Genießer unter anderen Genießern – und denen bietet er bei einem Besuch in seinem Laden nicht nur ein großes Whiskysortiment, sondern auch jede Menge Anekdoten rund um das „Wasser des Lebens“. “Portrait: Otto Steudel (Celtic Whisk(e)y, Bulmannstraße 26, 90459 Nürnberg)” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Mortlach 1997, Ian MacLeod (Chieftain`s), 46%vol.

Mortlach 1997 (Chieftain`s), Pedro Ximénez-Sherry Finish
Mortlach 1997 (Chieftain`s), Pedro Ximénez-Sherry Finish

Die Tage werden kürzer und in den Läden türmen sich Dominosteine, Lebkuchen und Gewürz-Spekulatius. Es wird allmählich vorweihnachtlich. Der Mortlach 1997, der mit einem Alter von 17 Jahren vom unabhängigen Abfüller Ian MacLeod für die Chieftain`s Range abgefüllt wurde, passt wunderbar in diese Jahreszeit. Verantwortlich dafür ist das Finish in einem Pedro Ximénez-Sherryfass (Cask No. 91791), das diesem Single Malt seine dunkelgoldene Farbe verleiht und ihn schon beim Einschenken ins Glas eine fruchtige Süße verströmen lässt. Waldfrüchte, dunkle Beeren und Malz verbinden sich mit klebrigem Honig und Sirup. Gibt man dem Mortlach 1997 etwas Zeit im Glas, entwickeln sich hinter der ersten Dominanz süßer Aromen Anklänge von getrockneten Kräutern, Lavendel und Anis. “Whisky-Vorstellung: Mortlach 1997, Ian MacLeod (Chieftain`s), 46%vol.” weiterlesen

Portrait: Andreas Hertl (Scotch Broth Whisky & Whisky-Akademie, Königstraße 33, 90762 Fürth)

Bei Scotch Broth Whisky ist der Charme besonderer Whiskies spürbar. Foto: (c) A. Hertl
Bei Scotch Broth Whisky ist der Charme besonderer Whiskies spürbar.
Foto: (c) A. Hertl

Entspannt lehnt Andreas Hertl in seinem Chesterfield Sessel. Die antike Standuhr neben der Ladentüre schlägt mit hellem Klingeln zur vollen Stunde, um dann gleichmäßig und leise im Hintergrund weiter zu ticken. Andreas Hertls Laden in der Fürther Königstraße wirkt nicht nur an diesem Herbstnachmittag wie ein Ruhepol in der Hektik des Alltags. Das dunkle Holzregal, in dem sich die Whiskyflaschen aneinanderreihen und die hochglanzpolierte Tafel, die bereits für ein Tasting am Abend eingedeckt ist, tragen ihren Teil zu dieser Atmosphäre bei. “Portrait: Andreas Hertl (Scotch Broth Whisky & Whisky-Akademie, Königstraße 33, 90762 Fürth)” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Dalmore 1995, Ian MacLeod (Chieftain`s), 43%vol.

Dalmore 1995 (Chieftain`s), St. Etienne Rum Cask Finish
Dalmore 1995 (Chieftain`s), St. Etienne Rum Cask Finish

Gleich nach dem Eingießen ins Glas ist sie zu spüren, die aromatische Rumnote, süß und fruchtig, mit einer Spur Eichenholz. Erst mit der Zeit können sich dahinter Karamell-, Vanille- und Kakaoaromen mit ein wenig Anis durchsetzen. Und dann wieder der typische Duft nach Rum, der die Fantasie auf eine Reise zu tropischen Inseln mitnimmt, zu Piratengelagen in einer verborgenen Bucht und zu einer Schatzsuche im Nebeldunst des karibischen Sonnenaufgangs. Dieser Whisky kann einfach nicht verbergen, dass er in einem Rumfass nachgereift wurde. Genauer gesagt verbrachte der Dalmore seine letzten Monate vor der Abfüllung in St. Etienne Rum Casks (Fassnummer 94221 und 94222), bevor er im Sommer 2015 vom unabhängigen Abfüller Ian MacLeod für die Chieftain`s-Serie auf insgesamt 727 Flaschen gezogen wurde. Mit 43%vol., ungefärbt und nicht kühlfiltriert. “Whisky-Vorstellung: Dalmore 1995, Ian MacLeod (Chieftain`s), 43%vol.” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: The Balvenie 12 Single Barrel, Originalabfüllung (Cask Number 3233), 47,8%vol.

Balvenie 12 Single Barrel (Originalabfüllung, Cask Number 3233)
Balvenie 12 Single Barrel (Originalabfüllung, Cask Number 3233)

Halb verfallene, steinerne Mauern recken sich am Ortsrand von Dufftown in den Himmel. Es sind die Überreste des einstigen Balvenie Castle, dessen Geschichte sich bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Die Jahrhunderte haben sichtlich Spuren an dem einst herrschaftlich anmutenden Bauwerk hinterlassen. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Whiskybrennerei Balvenie, die bis heute den Namen der Burg trägt – obwohl die Destillerie erst 1892 gegründet wurde, viele Jahrhunderte nach den Blütezeiten von Balvenie Castle. Übrigens vom selben Mann, der auch den heutigen Weltkonsern Glenfiddich aus der Taufe hob: William J. Grant. Und noch heute liegen beide Destillerien auf einem Gelände, auf dem sich inzwischen auch die Brennerei Kininvie. Balvenie produzierte lange Zeit ausschließlich für Blended Whiskys und bringt erst seit den 1970er Jahren Single Malts unter eigenem Label auf den Markt. “Whisky-Vorstellung: The Balvenie 12 Single Barrel, Originalabfüllung (Cask Number 3233), 47,8%vol.” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Mortlach 1995, Whisky Warehouse No. 8, 46%vol.

Mortlach 1995 (Whisky Warehouse No.8 - The Warehouse Collection)
Mortlach 1995 (Whisky Warehouse No. 8 – The Warehouse Collection)

Mortlach ist die älteste legale Whiskybrennerei von Dufftown, einer Stadt im Nordosten der schottischen Highlands, die mit ihren berühmten Destillerien als Whisky-Hauptstadt gelten kann. Von dort stammt also der Mortlach 1995 des unabhängigen Abfüllers Whisky Warehouse No. 8, der seinen Sitz in der Nähe von Hamburg hat und hinter dem das Ehepaar Susanne und Thomas Klink stehen. Einen ersten Eindruck dieses Single Malts bekam ich auf der Whisk(e)y-Messe Nürnberg im Frühjahr 2015, als ich am Stand von Thomas Klink einen Dram probieren und anschließend eine Flasche des Mortlach 1995 für knapp 90 Euro erstehen konnte. Wie für die Abfüllungen der “Warehouse Collection” von Whisky Warehouse No. 8 üblich, kommt der Mortlach 1995 in einer Holzkiste und mit einem ausführlichen Informationsbogen. “Whisky-Vorstellung: Mortlach 1995, Whisky Warehouse No. 8, 46%vol.” weiterlesen