Die Innovation der Tradition: John Glaser von „Compass Box” im Interview

Inspiration, Kreativität und Innovation sind fü John Glaser der Dreiklang außergewöhnlicher Whiskys. Foto: (c) Compass Box
Inspiration, Kreativität und Innovation sind fü John Glaser der Dreiklang außergewöhnlicher Whiskys.
Foto: (c) Compass Box

Unter den unabhängigen Abfüllern geht das Londoner Unternehmen „Compass Box“ ganz eigene Wege. Hier stehe nicht ausgewählte Einzelfassabfüllungen im Mittelpunkt, sondern ein kreativer und künstlerischer Blick auf Whisky. Der Amerikaner John Glaser, der die Firma im Jahr 2000 gründete, komponiert mit seinem Team aus unterschiedlichsten Scotch Whiskys erstklassige Blends. Die drei Serien „Signature Range“, „Great King Street“ und „Limited Edition“ bilden das Kernportfolio.

Bei der Komposition seiner Whiskys setzt „Compass Box“-Gründer John Glaser auf Innovation. Der Fokus richtet sich dabei vor allem auf den Bau eigener Fässer. Nicht immer bleibt das kritiklos und führte 2005 sogar zu einer Auseinandersetzung mit der „Scotch Whisky Associaton“. Trotzdem weiß man sich bei „Compass Box“ auf einem erfolgreichen Weg. Zahlreiche Prämierungen belegen das, etwa die Auszeichnung des „Whisky Magazine“ zum „Innovator of the Year“ 2007.

Im Interview mit dem „Whisky-Club Fränkische Schweiz“ erzählt John Glaser von seiner Art, Whiskys zu kreieren. Von einem kreativen Akt zwischen Tradition und Innovation. “Die Innovation der Tradition: John Glaser von „Compass Box” im Interview” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Glenrothes 1996, The Whisky Chamber, 53,1%Vol.

Glenrothes 1996 (The Whisky Chamber)
Glenrothes 1996 (The Whisky Chamber)

Im Frühjahr 2017 brachte der unabhängige Abfüller The Whisky Chamber eine ganze Reihe neuer Whiskys heraus. Darunter auch einen Glenrothes Single Malt, der nach zwanzig Jahren im Bourbonfass abgefüllt wurde.

Die Glenrothes Distillery wurde 1879 am Ortsrand von Rothes gegründet und war nach Glen Grant die zweite Whiskybrennerei der Stadt. Die hohen Brennblasen und die langsame Destillation sorgen für einen fruchtig süßen Brennereicharakter. Neben Originalabfüllungen der Destillerie gibt es auch zahlreiche unabhängige Glenrothes-Abfüllungen.

Für sein Label The Whisky Chamber füllte Thomas B. Ide bereits zum zweiten Mal einen Single Malt der Brennerei ab. Der 1996 destillierte Whisky fand Anfang 2017 seinen Weg in die Flasche, wie üblich mit natürlicher Färbung, nicht kühlfiltriert und in Fassstärke. “Whisky-Vorstellung: Glenrothes 1996, The Whisky Chamber, 53,1%Vol.” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Glen Garioch 2011/2017, C&S Dram Collection, 60,5%Vol.

Glen Garioch 2011/2017 (C&S Dram Collection)
Glen Garioch 2011/2017 (C&S Dram Collection)

Die in den schottischen Highlands gelegene Glen Garioch Distillery wurde bereits 1797 gegründet. Ihre historischen Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Die knapp 30 km von Aberdeen entfernt gelegene Glen Garioch Distillery ist die östlichste Whisky Brennerei Schottlands. Seit Mitte der 1990er Jahre gehört sie zum japanischen Suntory-Konzern.

Neben Originalabfüllungen der Brennerei finden Glen Garioch Single Malts auch über unabhängige Abfüller wie Andrea Caminneci ihren Weg zu den Whiskyliebhabern. Der Rheinländer mit italienischen Wurzeln setzt bei seinen C&S Dram Bottlings ganz auf Genuss und Qualität zu einem vernünftigen Preis. Andere Kriterien, wie etwa das Alter eines Whiskys, spielen für den “Keeper of the Quaich” keine Rolle. “Wenn ein junger Whisky gut ist – abfüllen, wenn ein alter Whisky nicht gut ist – nicht abfüllen! Alter ist keine Qualitätsgarantie!” “Whisky-Vorstellung: Glen Garioch 2011/2017, C&S Dram Collection, 60,5%Vol.” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Glenrothes 1996-2016, A.D. Rattray, 52,9%Vol.

Glenrothes 1996 (A.D. Rattray)
Glenrothes 1996 (A.D. Rattray)

Die 1878 gegründete Glenrothes Distillery liegt in der schottischen Speyside und ist vor allem für ihre fruchtigen und sherrytönigen Whiskys bekannt. Der von A.D. Rattray abgefüllte Glenrothes 1996-2016 ist deshalb eher ein untypischer Vertreter der Brennerei. Denn dieser Single Malt reifte zwanzig Jahre in einem ehemaligen Bourbonfass.

Andrew Dewar Rattray gründete sein Geschäft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Import- und Handelsunternehmen für Tee, Wein und Spirituosen in Glasgow. Bald schon wurde das Sortiment um eigene Blended Whiskys erweitert und A.D. Rattray etablierte sich als unabhängiger Abfüller auf dem schottischen Whiskymarkt. Nachdem die Firma im zwanzigsten Jahrhundert die Besitzer wechselte, ist sie inzwischen wieder in Familienbesitz und wird von Tim Morrison geleitet, dem Ur-Urenkel von Andrew Dewar Rattray. “Whisky-Vorstellung: Glenrothes 1996-2016, A.D. Rattray, 52,9%Vol.” weiterlesen

Vom Kulturschock zum eigenen Whiskylabel: Michael Reckhard (mr.whisky / Spirit of Caledonia) im Portrait

Michael Reckhard: Ein Mann mit einem "eskalierten Hobby". Foto: (c) mr.whisky
Michael Reckhard: Ein Mann mit einem “eskalierten Hobby”.
Foto: (c) mr.whisky

Die Begeisterung für Whisky verdankt Michael Reckhard seiner Frau. Drei Miniaturen, die sie ihm vom Erfurter Weihnachtsmarkt mitgebracht hatte, wurden für den Mann aus Eschborn zu einer Initialzündung. „Der erste, den ich probiert habe, war der Ardbeg Ten. Der war so etwas wie ein Kulturschock. Danach hatte ich einen Talisker – der war spannend. An den dritten kann ich mich gar nicht mehr erinnern, es war irgendein Speysider.“

Danach war es um den heute 60-jährigen Sicherheitsingenieur geschehen. Whisky wurde zu seiner neuen Leidenschaft und spielt inzwischen auch eine nebenberufliche Rolle. „Ich bezeichne es immer als ‚eskaliertes Hobby‘. Und ich beginne langsam zu überlegen, wann ich meinen jetzigen Hauptjob an den Nagel hänge und mich mehr auf das Whiskygeschäft konzentrieren will.“ “Vom Kulturschock zum eigenen Whiskylabel: Michael Reckhard (mr.whisky / Spirit of Caledonia) im Portrait” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Glen Grant 1995, Cadenhead Small Batch, 58,4% Vol.

Glen Grant 1995 (Cadenhead Small Batch)
Glen Grant 1995 (Cadenhead Small Batch)

Das Unternehmen Wiliam Cadenhead nimmt unter den unabhängigen Abfüllern einen ganz besonderen Platz ein. Denn die in Campbeltown auf der schottischen Halbinsel Kintyre ansässige Firma ist der älteste unabhängige Abfüller Schottlands. Wiliam Cadenhead gründete sein Unternehmen bereits 1842 in Aberdeen. 1970 ging Cadenhead in den Besitz des Familienbetriebs J. & A. Mitchell über, dem auch Springbank und die wiedereröffnete Glengyle Distillery gehören.

Cadenhead Whiskies werden in unterschiedlichen Produktlinien abgefüllt – z.B. in der Small Batch Serie, in der nur sehr wenige ausgesuchte Einzelfässer miteinander vermählt werden. Im Fall des hier vorgestellten Glen Grant, der im Jahr 1995 destilliert und gut 19 Jahre später abgefüllt wurde, müssen es wohl drei Sherry Butts gewesen sein, die im Jahr 2015 auf 1086 Flaschen gezogen wurden. Mit starken 58,4% Vol. präsentiert sich dieser Speyside Single Malt – natürlich nicht gefärbt und nicht kühlfiltriert. “Whisky-Vorstellung: Glen Grant 1995, Cadenhead Small Batch, 58,4% Vol.” weiterlesen

Von der Baumschule zum Keeper of the Quaich: Andrea Caminneci von C&S Dram und Caminneci Wine & Spirit Partner im Interview

Andrea Caminneci: Unabhängiger Whiskyabfüller, Wein- und Spirituosenimporteur und "Keeper of the Quaich". Foto: (c) A. Caminneci
Andrea Caminneci: Unabhängiger Whiskyabfüller, Wein- und Spirituosenimporteur und “Keeper of the Quaich”.
Foto: (c) A. Caminneci

Von einem gebürtigen Rheinländer mit italienischen Wurzeln erwartet man nicht unbedingt, dass ihm die Leidenschaft für Whisky in die Wiege gelegt ist. Trotzdem entdeckte Andrea Caminneci bereits als Teenager seine Begeisterung für das schottische Lebenswasser. Inzwischen ist er mit seinem Unternehmen Caminneci Wine & Spirit Partner und dem Label C&S Dram als Exklusivimporteur und unabhängiger Whiskyabfüller eine feste Größe in der Whiskywelt. Seine Mitgliedschaft bei den „Keepers of the Quaich“ öffnet ihm dabei Türen, die anderen oft verschlossen bleiben. Im Interview mit dem Whisky-Club Fränkische Schweiz verrät der Fünfzigjährige von seiner Leidenschaft für Whisky, seinen Qualitätsansprüchen und seinen Einschätzungen zu aktuellen Entwicklungen in der Whiskywelt. “Von der Baumschule zum Keeper of the Quaich: Andrea Caminneci von C&S Dram und Caminneci Wine & Spirit Partner im Interview” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Benrinnes 1997/2016, The Whisky Chamber, 56,6% Vol.

Benrinnes 1997/2016 (The Whisky Chamber)
Benrinnes 1997/2016 (The Whisky Chamber)

Die Whiskydestillerie Benrinnes liegt am Fuß des gleichnamigen Berges in der schottischen Speyside. Gegründet wurde sie 1826 und gehört heute zum Spirituosenkonzern Diageo. Ungewöhlich für eine schottische Brennerei ist die Dreifachdestillation des Whiskies, die bis vor einigen Jahren die Produktion bei Benrinnes prägte. Erst 2007 stellte die Destillerie auf ein zweifaches Brennverfahren um, was auch den Produktionsausstoß erhöhte. Der größte Teil des Ausstoßes fließt allerdings in die Blended Whisky-Industrie. Neben der Originalabfüllung in der Flora & Fauna-Serie werden Benrinnes Single Malts immer wieder auch von unabhängigen Abfüllern vermakrtet. So auch der hier vorgestellte Benrinnes, der im Oktober 1997 destilliert und im März 2016 von Thomas Ide für sein Label The Whisky Chamber abgefüllt wurde. “Whisky-Vorstellung: Benrinnes 1997/2016, The Whisky Chamber, 56,6% Vol.” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Springbank 1997/2016, Scotch Single Malt Circle, 57,4%Vol.

Springbank 1997/2016 (Scotch Single Malt Circle)
Springbank 1997/2016 (Scotch Single Malt Circle)

Die Stadt Campbeltown auf der schottischen Halbinsel Kintyre war einst eine Hochburg der Whiskyproduktion. In ihren besten Tagen war sie die Heimat von über dreißig Brennereien, die das Wasser des Lebens bis ins 19. Jahrhundert hinein allerdings noch illegal destillierten. Heute haben gerade noch drei Brennereien in Campbeltown überlebt. Die wohl bekannteste unter ihnen ist die Springbank Distillery, die sich in Besitz der Familie Mitchell befindet und auch die Whiskies Hazelburn und Longrow produziert. Neben den Eigenabfüllungen der Brennerei werden in der Destillerie auch immer wieder Einzelfässer für unabhängige Abfüller abgefüllt. So auch der hier vorgestellte Springbank von 1997, der im Sommer 2016 für den Scotch Single Malt Circle auf Flaschen gezogen wurde. Der Single Malt, den Maggie Miller für ihre Circle-Mitglieder auswählte, durfte ganze neunzen Jahre in einem frischen Rumfass reifen. “Whisky-Vorstellung: Springbank 1997/2016, Scotch Single Malt Circle, 57,4%Vol.” weiterlesen

Whisky-Vorstellung: Tullibardine Trilogie 2006/2016 – Sherry, Bourbon & Rum Cask, The Whisky Chamber

Tullibardine-Trilogie 2006-2016 (The Whisky Chamber)
Tullibardine-Trilogie 2006-2016 (The Whisky Chamber)

Holz hat etwas Faszinierendes. Nicht nur, weil es ein unglaublich flexibler, ökologischer und lebendiger Werkstoff ist. Für Whiskyliebhaber ist Holz vor allem deshalb so faszinierend, weil es einen enormen Einfluss auf den individuellen Charakter eines Whiskies hat. Besonders eindrücklich wird das, wenn man ein und dasselbe Destillat nach der Reifung in unterschiedlichen Fasstypen probieren kann. Die aktuelle Jubiläumsabfüllung des unabhängigen Abfüllers The Whisky Chamber bietet dazu Gelegenheit.

Vor zehn Jahren befüllte Thomas Ide unterschiedliche Fässer mit New Make der Brennerei Tullibardine aus den schottischen Highlands. Damals hatte der Mann aus Rheinfelden gerade seinen alten Job an den Nagel gehängt und eine Karriere als Whiskyabfüller eingeschlagen. Im Sommer 2016 holte er drei seiner Tullibardine-Fässer aus dem Lagerhaus und füllte sie für eine Jubiläums-Trilogie ab. Bei den zehnjährigen Single Malts handelt es sich drei um Einzelfassabfüllungen aus einem 1st Fill Sherry Cask (59,5%Vol), einem 1st Fill Bourbon Cask (57,3%Vol.) und einem 1st Fill Agricole Rum Cask (57%Vol.). “Whisky-Vorstellung: Tullibardine Trilogie 2006/2016 – Sherry, Bourbon & Rum Cask, The Whisky Chamber” weiterlesen