Whisky-Vorstellung: Glen Elgin 2006-2019, Adelphi

Fruchtiger und zugleich kraftvoller Teenager für milde Frühlingsabende

Die Geschichte des unabhängigen Abfüllers Adelphi geht in ihren Ursprüngen auf die Gründung der Adelphi Distillery im Jahr 1826 in Glasgow zurück. Gut fünfzig Jahre später, im jahr 1880, wurde diesevon Archibald Walker übernommen, bevor sie 1907 ihre Produktion einstellte. Erst 1993 weckte Archibald Walkers Urgroßenkel, Jamie Walker, den Namen Adelphi aus seinem Dornröschenschlaf. Seit dieser Zeit hat sich Adelphi als unabhängiger Abfüller einen erstklassigen Ruf erarbeitet. Für die besondere Qualität der Adelphi-Whiskys stehen auch einige prominente Namen der Whiskyszene ein: Seit mehr als fünfzehn Jahren zeichnet der Autor und Keeper of the Quaich Charles MacLean für die Auswahl der Adelphi-Abfüllungen verantwortlich und an der Spitze des Unternehmens steht Alex Bruce, seines Zeichens Master of the Quaich und ein Nachfahre aus der Blender-Dynastie der Ushers und von Lord Elgin, einem Gründungsmitglied der Keepers of the Quaich. Mit der 2012 gegründeten Ardnamurchan Distillery gehört mittlerweile auch eine eigene Whisky-Produktionsstätte zum Unternehmen.

Der hier vorgestellte Single Malt Whisky aus dem Hause Adelphi wurde 2006 in der Glen Elgin Distillery gebrannt. Dreizehn Jahre durfte der Speyside Single Malt in einem Refill Bourbon Hogshead reifen, bevor er 2019 abgefüllt wurde – in Fassstärke (53,8% Vol.), ohne Kältefiltration und mit natürlicher Färbung.

Farbe: Durch die Reifung in einem Refill Bourbon Hogshead funkelt der Glen Elgin wie helles Stroh in der Frühlingssonne und zieht dabei schlanke und sehr langsam fließende Legs an der Glaswand.

Aroma: Kühl und frisch steigt der Whisky in die Nase. Dahinter sind sofort reife und süße Fruchtnoten auszumachen, die mich an Bananen erinnern. Anklänge von kandierten Birnen und Sahnekaramell verbinden sich mit süßem Vanillegebäck. Und wieder sind da beinahe überreife, schokoladenglasierte Bananen. Eine dezente Frische, die mich an Minze erinnert, umspielt das fruchtig-süße Aroma.

Geschmack: Im ersten Antritt wirkt der Whisky zunächst recht weich auf mich, wobei er auch hier ein leichtes Prickeln auf die Zunge bringt, das sich nach einem kurzen Moment zu einer Schärfe wie von frisch gemahlenem Pfeffer steigert. Eine ganze Weile füllt diese den Mundraum aus, ohne dabei unangenehm zu sein. Dahinter legen sich Anklänge von Birnenkompott und reifen Bananen und ein Hauch dunkler, gesalzener Schokolade am Gaumen fest.

Abgang: Das langanhaltende Finish ist von einem leicht pelzigen Mundgefühl geprägt, hinter dem sich vor allem Anklänge von gerösteten Nüssen und gesalzener Schokolade zeigen.

Bezugsmöglichkeit und Preis: Der auf 273 Flaschen limitierte Single Malt Whisky ist (oder war?) im Fachhandel für einen Preis um die 100 Euro zu bekommen. Meine Flasche stammt aus der Whisky Lounge in Heroldsberg. Mich erfreut der Glen Elgin 2006/2019 vor allem durch seinen frischen, fruchtigen und zugleich kraftvollen Charakter.

Patrick

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